Artikel von Dezember 2022

Artikel von Dezember 2022

Matthäus 1,1-17: Der lang erwartete Messias

Weihnachten verbinden die meisten von uns mit den ersten Kapiteln im Lukasevangelium und den Berichten, die wir dort lesen: die Ankündigungen der Geburt von Johannes und Jesus, die Reise nach Bethlehem, die vollen Herbergen und die Geburt in einem Stall, die Hirten auf dem Feld und der Engelschor, der ihnen die Ankunft des Messias verkündet. All das sind die wunderbaren Berichte, die für uns zu Weihnachten gehören. Beim Matthäusevangelium ist das schon schwieriger. Vielleicht denken wir höchstens an den Bericht…

Das neue Selbst und unsere Antwort als Christen (Teil 1)

Selbstverständlichster Mittelpunkt Dass der Mensch sich selbst als sein selbstverständlichster Mittelpunkt ansehe, stellte bereits der Zürcher Theologe Emil Brunner (1889-1966) vor bald 100 Jahren fest. Diese Entwicklung hatte unter anderem der Gelehrte René Descartes in Gang gesetzt, indem er das Selbst zur letzten und einzigen Instanz gegen den Zweifel erklärte. Was damals im 17. Jahrhundert begann, erwies sich nach der schrittweisen Verabschiedung von einem Gott aus dem öffentlichen Leben als der scheinbar letzte Halt. Trotz der Ernüchterungen des 20. Jahrhunderts…

Gemeinde und Gemeindeleitung (Teil 4): Gemeinde und Gemeindegründung

Mose war der von Gott berufene, vorbereitete, autorisierte und gesegnete Leiter des Volkes Israel. Schon 40 Jahre führte er unbeirrt das Volk durch alle Krisen und Herausforderungen hindurch. Das Volk war an ihn gewöhnt. Sie kannten ihn und sie vertrauten ihm. Auf ihn schauten sie, wenn neue Probleme aufkamen oder Streit geschlichtet werden musste. Er hatte ihnen das Wort Gottes verkündet und erklärt. Er war die Führungspersönlichkeit, die das ganze Volk zusammenhielt und zugleich vor Gott für das Volk eintrat.…

Amtswechsel in Zeiten des Abfalls

Die diesjährige Eröffnungsfeier des neuen Studienjahres der Akademie für Reformatorische Theologie steht im Zeichen von Veränderungen. Es geht um die Übertragung der Studienleitung auf Boris Giesbrecht. Normalerweise schaut man an einem Tag des Transfers einerseits zurück und andererseits blickt man voraus. Aber ich möchte den Aspekt eines persönlichen Rückblicks und auch den eines Vorausblicks nicht in den Vordergrund stellen. Allzu leicht besteht die Gefahr, dass eine persönliche Rückschau zur Selbstdarstellung wird und dass sich der Blick nach vorn in eine…

Die bleibende Botschaft des Buches Daniel

Wer eine Reise nach Paris plant, kommt um einen Besuch der Champs Élysées nicht herum. Allerdings gibt es unterschiedliche Perspektiven auf die Prachtstraße der französischen Hauptstadt: Man kann diese Straße entlanglaufen, die einzelnen Läden besuchen und wenn es der Geldbeutel zulässt, sogar etwas kaufen. Man kann aber auch auf diese Straße herunterblicken, indem man den Triumphbogen besteigt. Bei dem Blick von oben entdeckt man etwas, was man beim Gang auf der Straße nicht zu sehen bekommt: Man erkennt die zentrale…

Carl Trueman: Der Siegeszug des modernen Selbst

„Die Ursprünge dieses Buches liegen in meiner Neugierde. Ich wollte wissen, wie es sein kann, dass folgende Aussage heute stimmig erscheint: Ich bin eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist. Mein Großvater starb vor weniger als 30 Jahren, im Jahr 1994. Ich habe wenig Zweifel daran, dass er diesen Satz, wenn er ihm zu Ohren gekommen wäre, als Unsinn abgetan hätte. Heute betrachten viele diese Aussage nicht nur als sinnvoll, sondern als so bedeutsam, dass man als dumm,…

Benjamin B. Warfield: Glauben und Leben

Zweifelslos handelt es sich bei Benjamin Breckinridge Warfield um einen der bedeutendsten reformierten Theologen der Neuzeit. Er lehrte mehrere Jahrzehnte an dem einst von Jonathan Edwards gegründeten Princeton Theological Seminary und war von 1887 bis 1921 dessen Rektor. Während dieser Zeit war er ein Garant und Bollwerk für den historischen biblisch-evangelischen Glauben. Dem deutschsprachigen Leser ist Warfield leider so gut wie nicht bekannt, was in erster Linie daran liegt, dass es sich bei den meisten seiner Werke um anspruchsvolle wissenschaftlich-theologische…

Thomas Boston: Die Kunst des Menschenfischens

Thomas Boston verfasste dieses Büchlein im Alter von 22 Jahren, im selben Jahr, als er zum Pfarrer ordiniert wurde. Als Buch veröffentlicht wurde es jedoch erst 41 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1773. Die Abhandlung basiert auf dem bekannten Jesuswort aus Matthäus 4,19, mit dem der Gottessohn Simon (Petrus) und Andreas in die Nachfolge beruft: „Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“ Dieser Vers wurde Boston in seiner privaten Bibellese wichtig und berührte sein Herz. Boston selbst…

R.C. Sproul: Römerbrief-Kommentar

Gott gebrauchte gerade den Römerbrief, um viele Menschen zur Buße und zum Glauben an den Herrn Jesus Christus zu führen, die Reformation auszulösen und große Erweckungen zu bewirken. Das Leben zahlreicher Christen und Gemeinden wurde durch diesen Brief verändert – bis zum heutigen Tag. In diesem Kommentar führt R.C. Sproul (1939-2017) uns in Paulus’ umfassendste Darstellung des Evangeliums ein und bietet eine aufschlussreiche Exegese des Römerbriefs, wobei er durchgehend den Fokus darauf legt, was die Kernbotschaft des Briefs ist: Christi…