Ehre Vater und Mutter

Wortverkündigung zu Epheser 6,1-4

Wie die Liebe zu Christus die Beziehungen in der Familie prägen soll

In diesen wenigen Versen aus dem Wort Gottes wird uns das biblische Grundmodell der Familie beschrieben. Wie soll die Beziehung zwischen Kindern und Eltern nach Gottes Willen aussehen?

Kinder sollen ihren Eltern gehorsam sein, und Eltern sollen die Kinder in Zucht und Ermahnung des Herrn erziehen. Kinder ordnen sich den Eltern unter, Eltern ordnen sich Gott unter.

Von beiden Seiten unter Gottes Schutz und Segen werden die Beziehungen in der Familie gestärkt. So wachsen Vertrauen und Liebe zum Segen der Familie und zur Ehre Gottes.

In unseren Tagen stehen die Familie und diese biblische Ordnung unter Beschuss. Die festen Bindungen zwischen Vater und Mutter, zwischen Eltern und Kindern werden immer mehr aufgelöst.

In dieser Predigt werde ich jedoch diese Problematik nur am Rande streifen. Es soll hier nicht darum gehen, wie die Gesellschaft, die Parteien, die Regierung oder Vertreter des Gender Mainstreaming sich Familie und Kindererziehung vorstellen, sondern wie Gott, unser Schöpfer, es vorgesehen hat.

Der Schwerpunkt dieser Predigt wird zudem auf dem ersten Teil des Predigtabschnittes liegen, also auf der Beziehung der Kinder zu den Eltern. Vieles ergibt sich daraus automatisch für den zweiten Teil. Wenn wir sehen, was für die Kinder wichtig ist, sehen wir auch, wo die besondere Verantwortung für die Eltern liegt.

1. Die Auswirkung der Liebe zu Christus in der Beziehung der Kinder zu den Eltern – Wer ist gemeint?

Bei dem Wort „Kinder“ denken wir sicherlich zunächst an kleine Kinder unter 18 Jahren. Doch der Ausdruck Kind bezeichnet nicht nur das Alter eines Menschen, sondern auch seine Beziehung zu anderen Familienmitgliedern. Dementsprechend bezieht sich das Gebot, die Eltern zu ehren, nicht nur auf den Zeitabschnitt der Kindheit, sondern es gilt bis zum Tod der Eltern und in gewisser Weise noch darüber hinaus. Gehorsam, Respekt und Liebe zu den Eltern heißt auch, sie im Alter zu pflegen und zu versorgen (Mk. 7,9-13).

Allerdings hat der Apostel an dieser Stelle Kinder im Blick, die noch bei ihren Eltern leben. Sie sind in einem Alter, in dem sie von Vater und Mutter erzogen werden, also etwa bis ins junge Erwachsenenalter. Paulus spricht folglich schon die kleinen Kinder als verantwortliche Mitglieder der Familie und der Gemeinde an. Es geht nicht darum, ein bestimmtes Alter festzulegen, von dem an Kinder gehorsam zu sein haben. Vielmehr sollen Kinder ihren Eltern grundsätzlich gehorsam sein und mit wachsendem Verständnis dafür auch größere Verantwortung tragen. Auch Kinder sind verantwortlich für ihr Handeln, verantwortlich für das Gedeihen der Familie.

Der Auftrag an die Kinder

Der Auftrag an die Kinder lautet: „Seid gehorsam!“ Gehorsam zu verlangen ist heutzutage in den meisten Kreisen undenkbar. Kindheit und Jugend werden gleichgesetzt mit der Freiheit, das zu tun, was einem gefällt. Gleichzeitig meint man, für das eigene Tun kaum verantwortlich zu sein. Junge Menschen werden nicht zum Gehorsam, sondern zur Rebellion ermutigt. Das beginnt schon recht früh. Wir haben drei kleine Kinder und bekommen regelmäßig Erziehungshinweise von der Stadt und der Krankenkasse. Diese enthalten meistens Floskeln wie: nach Bedarf; lassen Sie ihnen ihre Freiheit; Kinder verstehen das noch nicht; Kinder können das nicht usw. Es scheint, als sollten die Eltern sich dem Willen und Rhythmus des Kindes unterordnen und somit letztlich dem Kind gegenüber gehorsam sein. Selbst wenn man diesem Irrsinn folgen wollte, wird dies unmöglich sein, sobald sich die Anzahl der Kinder erhöht.

Zur Zeit des Apostels Paulus war eine solche Einstellung nicht denkbar! Von allen Kindern, gleichgültig ob in christlichen oder in heidnischen Familien, wurde Gehorsam verlangt. Doch wenn wir den Epheserbrief lesen, stellen wir schnell fest, dass Paulus sich mit seinem biblischen Familienmodell wesentlich von den damaligen Auffassungen abgrenzt.

Der Abschnitt, der vor der christlichen Haustafel steht, ist zum richtigen Verständnis dieser Verse entscheidend. Paulus geht es hier nicht einfach um einen blinden Gehorsam. Vielmehr geht es darum, weise zu werden (Eph. 5,15), den Willen Gottes zu erkennen und zu tun (Eph. 5,17), mit dem Geist Gottes erfüllt zu sein, sich durch ihn verändern zu lassen (Eph. 5,18) und sich einander unterzuordnen in der Furcht Gottes (Eph. 5,21).

Dementsprechend sollen die Kinder den Eltern gehorsam sein in dem Herrn (Eph. 6,1). Was Paulus hier fordert, geht weit über den äußeren Gehorsam, wie er damals überall verlangt wurde, hinaus. Hier geht es um die richtige Herzenseinstellung, um die Liebe zum Herrn, aus der die Liebe zu den Eltern entspringt!

Die Liebe zu Christus prägt die Beziehung zu den Eltern

Liebe? In Epheser 5 und 6 liest man wenig von Liebe. Demgegenüber ist viel mehr von Unterordnung und Gehorsam die Rede. Aber wir müssen verstehen, dass Unterordnung und Gehorsam ein konkreter Ausdruck von Liebe ist! An dieser Stelle ist ein Blick auf den Aufbau des gesamten Briefes hilfreich. Der Brief besteht aus zwei Teilen. In Epheser 1,1 – 3,13 werden uns die grundlegenden Wahrheiten des christlichen Lebens gelehrt. In Epheser 4,1 – 6,23 werden wir ermahnt und unterwiesen, diese Wahrheiten auszuleben. Zwischen diesen beiden Teilen befindet sich ein Gebet. In diesem Gebet geht es darum, wie wir vom Hören zum Tun, von der Lehre zur Praxis gelangen. Der Apostel Paulus betet darum, dass wir immer mehr von der Liebe Christi erfüllt werden (Eph. 3,17-19).

Im Anwendungsteil fordert Paulus uns dementsprechend auf, in der Liebe Christi zu wandeln. Das heißt konkret: Gottes Geboten gehorsam zu sein, sich für den Nächsten aufzuopfern und einander unterzuordnen (Eph. 5,1-21). Auf diesen grundlegenden Zusammenhang zwischen Liebe und Gehorsam weist auch Jesus hin, wenn er das ganze Gesetz und die Propheten in dem Doppelgebot der Liebe zusammenfasst: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
(Mt. 22,37-39)

Gehorsam und Unterordnung ist Ausdruck der Dankbarkeit und der Liebe zu Gott! Die Liebe zu Gott führt zum Gehorsam gegenüber den Eltern. Diese Verbindung wird durch das fünfte Gebot, das Paulus zitiert, noch einmal unterstrichen! Dieses Gebot hat eine besondere Stellung in den 10 Geboten. Es ist das erste Gebot mit einer Verheißung, und es ist das erste Gebot der „zweiten Tafel“ der 10 Gebote.

Die 10 Gebote lassen sich einteilen in die ersten vier, in denen es um unsere Beziehung zu Gott geht, und in die letzten sechs, in denen es um die Beziehung zu unserem Nächsten geht. An erster und damit wichtigster Stelle der zwischenmenschlichen Beziehungen steht die zwischen Kindern und Eltern.

Das wird auch im Schma Israel (Höre Israel) gleich nach den 10 Geboten unterstrichen: „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst“ (5Mos. 6,6.7).

Eltern sind dafür verantwortlich, den Kindern Gottes Wort weiterzugeben. In dieser Weise stehen sie in der Familie an der Stelle Gottes. Sie vermitteln ihren Kindern den Willen Gottes. Und die Kinder sollen ihnen und damit gleichzeitig Gott gehorsam sein.

Der Heidelberger Katechismus schreibt dazu treffend in Antwort 104: „Ich soll meinem Vater und meiner Mutter und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und alle gute Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam annehmen, auch mit Schwächen und Fehlern Geduld haben, weil Gott uns durch ihre Hand regieren will.“ Deshalb sagt Paulus zu den Vätern: „Reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ (Eph. 6,4).

Die Rebellion und der Ungehorsam der Kinder werden dementsprechend mit der Rebellion und dem Ungehorsam gegen Gott gleichgesetzt. Dauerhaft ungehorsame Kinder, Kinder, die den Eltern fluchten oder sie schlugen, sollten nach Anweisung des Gesetzes getötet werden (5Mos. 21,18-21). Das Gesetz sah also dafür die gleiche Strafe vor wie für Gotteslästerung. Die Beziehung zu den Eltern (und übrigens auch zu anderen Vorgesetzten in Gemeinde und Gesellschaft) spiegelt die Beziehung zu Gott wider.

Kinder und vor allem junge Erwachsene wollen immer wieder wissen: Was ist der Wille Gottes für mein Leben? Was kann ich für Gott tun? Wo kann ich ihm dienen? Ein Mitarbeiter unserer Osterfreizeiten schrieb mir dazu passend: „Die einfachste und klare Antwort, die ihnen sogar in Form eines Gebotes gegeben wird, kennen sie nicht oder verachten sie. Man will gute Werke tun, und tut nicht das, was genau vor den Füßen liegt, sondern sucht sich andere (oft unwichtigere oder sogar falsche) Werke, die man verfolgt.“

Luther schreibt in seinem Großen Katechismus dazu: „Soll ich gute und heilige Werke tun, so weiß ich ja kein besseres als meinen Eltern alle Ehre und Gehorsam zu leisten, weil es Gott selbst geheißen hat. Denn was Gott gebietet, muss viel und weit edler sein als alles, was wir selbst erdenken können. […] Darum lasst uns einmal um Gottes willen lernen, dass das junge Volk, alle andern Dinge aus den Augen gelassen, erstlich auf dies Gebot sehe: wenn sie Gott mit rechten guten Werken dienen wollen, dass sie tun, was Vater und Mutter, oder denen sie an ihrer statt untertan sind, lieb ist.“

Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn! Wenn ihr Christus folgen wollt, dann tut dies ohne Wenn und Aber! Ganz einfach, oder nicht?! Und doch ist es eine so große Herausforderung.

Gehorsam – eine Frage des Herzens

Äußerer Gehorsam ist nicht genug! Er muss Ausdruck der inneren Einstellung sein. In dem biblischen Buch der Sprüche wird das unzweideutig beschrieben: „Mein Sohn, bewahre meine Worte und birg meine Gebote bei dir! Bewahre meine Gebote, so wirst du leben, und bewahre meine Lehre wie deinen Augapfel! Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!“ (Spr. 7,1-3) Es geht also darum, die Worte der Eltern nicht nur zu hören, sondern von Herzen anzunehmen. Kinder sind aufgerufen, ihr Handeln am Willen und Wort der Eltern auszurichten, sie zu lieben und ihnen von Herzen zu vertrauen. Oft fällt das so schwer, weil Kinder von Geburt an Sünder sind, die ihren eigenen Willen durchsetzen wollen.

Es fällt aber oft auch schwer, weil ebenso die Eltern Sünder sind und viele Fehler begehen, gerade in der Erziehung der Kinder. Sie besitzen längst nicht immer die Zeit, Geduld, Weisheit und Liebe, die erforderlich wären.

Darum ist es so wichtig für Kinder, das Evangelium kennen und lieben zu lernen, immer wieder auf Christus zu blicken, in der Erkenntnis seiner Liebe zu wachsen und von ihr erfüllt zu werden. Nur durch Christus können sie ihrer Berufung würdig wandeln und aus Dankbarkeit ihm gegenüber ihren Eltern gehorsam sein. Wohlgemerkt: nur durch und in Christus!

Könnte man aber an dieser Stelle nicht ergänzen, dass sie aus Dankbarkeit ihren Eltern gegenüber gehorsam sein sollen? Sicher ist das ebenso ein Aspekt.

Aber was ist, wenn Eltern ungläubig sind und durch den Glauben des Kindes Konflikte entstehen? Oder wenn sie willkürlich und ungerecht zu den Kindern sind? Was ist, wenn einfach sehr wenig da ist, wofür man dankbar sein kann, eher sehr viel, worüber man meint zornig werden zu sollen? Sollen Kinder dann nicht mehr gehorsam sein? Der Gehorsam zu den Eltern muss auf der Liebe Christi gründen. Das heißt, die Eltern sind zu ehren, auch wenn das, was sie tun, nicht ehrbar ist.

Natürlich gibt es Grenzen. Hier erhebt sich eine sehr ernste Frage: Wie sollen Kinder ihren Eltern begegnen, wenn sie von ihnen misshandelt werden? Unglaube, Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit der Eltern sind die eine Sache. Doch eine ganz andere Sache sind körperliche und/oder seelische Misshandlungen der Kinder durch ihre Eltern. In solchen Fällen ist es sehr wichtig, dass andere, verantwortliche Erwachsene eingreifen. Wenn es erforderlich ist, müssen die betroffenen Kinder unbedingt aus der Gefahrenzone gebracht werden. Die Eltern sind zur Rechenschaft zu ziehen und wenn irgend möglich zur Buße zu führen.

Das fünfte Gebot verliert dennoch nicht seine Bedeutung. Kinder haben auch in diesen schwierigen Fällen weiterhin die Aufgabe, ihre Eltern zu ehren, das heißt, ihnen zu helfen, zur Buße zu kommen und sie nicht zu hassen, sondern ihnen zu vergeben. Es heißt auch, ihnen soweit es geht und ohne gegen Gottes Gebote zu verstoßen, gehorsam zu sein. Vielleicht werden sie gerade dadurch zu einem Werkzeug Gottes, das ihre Eltern zur Umkehr führt. Ohne Christus, ohne seine Vergebung und Gnade ist das undenkbar. Nur wenn sie von der Liebe Christi erfüllt sind, werden sie selbst zu dieser Liebe fähig sein.

Ehre deine Eltern – Ein Gebot mit Verheißung

Kinder sollen ihre Eltern ehren, ihnen gehorsam sein und sie lieben aus Liebe und Gehorsam zu Gott. Auf dieser Liebe liegt die Verheißung Gottes: „damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden.“ Gott will gehorsame Kinder segnen! Paulus begründet das Gebot mit der Verheißung: Sei gehorsam, denn darauf liegt Gottes Verheißung.

Doch Achtung! Auch hier geht es nicht um Werkgerechtigkeit. Der Gehorsam der Kinder, so ist hoffentlich deutlich geworden, ist eine Frucht des Glaubens. Es ist eine Frucht des Geistes Gottes in ihnen. An ihrem Gehorsam wird äußerlich sichtbar, dass sie zu Christus gehören. Gott ermutigt die Kinder mit dieser Verheißung zum Gehorsam. Kinder, die zu Christus gehören, sind Kinder Gottes und Erben des ewigen Lebens. Darüber hinaus verspricht Gott, ihren Gehorsam schon in dieser Welt zu segnen. Das ist keine Garantie, mindestens 80 oder 90 Jahre alt zu werden. Aber Gott verspricht ihnen die Fülle des göttlichen Segens, seine Nähe und Liebe.

Liebe Kinder, seid euren Eltern gehorsam aus Liebe zu Christus. Seid euren Eltern gehorsam, weil Gott euch dafür segnen will. Seid euren Eltern gehorsam, denn das ist der Wille Gottes für euch!

2. Die Auswirkung der Liebe zu Christus in der Beziehung der Eltern zu den Kindern

Wenn Kinder gehorsam sein sollen gegenüber Christus und ihren Eltern, ja wenn sie dafür Verantwortung tragen, um wie viel größer ist die Verantwortung der Eltern, ihre Kinder richtig zu erziehen! Wenn Kinder nur durch das Wirken des Geistes, nur durch die Liebe zu Christus zu solchem Gehorsam geführt werden können, wie wichtig ist es, sie in rechter Weise im Glauben zu erziehen! Eltern, die Christus und ihre Kinder lieben, erziehen darum ihre Kinder mit dem einen großen Ziel, dass auch sie Christus lieben lernen.

Paulus spricht in Epheser 6,4 zuerst die Väter an. Sie tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung, und dabei ist die Mutter die Gehilfin ihres Mannes. Sie soll ihn in dieser Aufgabe unterstützen.

Nicht zum Zorn reizen

Kinder sind kein Spielzeug, kein Eigentum der Eltern, mit dem sie nach ihrem Gutdünken verfahren können. Sie sind ihnen von Gott für eine bestimmte Zeit anvertraut. Liebe und Vertrauen der Kinder werden zerstört, wenn Eltern willkürlich und ungerecht mit ihnen umgehen, wenn der Maßstab ihres Handelns und ihrer Erziehung ihre jeweilige Befindlichkeit und nicht der Wille Gottes ist.

In Zucht und Ermahnung des Herrn

So wie Gott sein Volk erzieht, so sollen Eltern ihre Kinder erziehen. Dazu gehören Treue, Konsequenz (Konsequenz bedeutet oft auch Disziplinierung und Züchtigung), Zeit und Geduld. Aber es bedeutet natürlich vor allem, sie im Willen und Wort Gottes zu unterweisen und darin ein Vorbild zu sein. Nicht nur die Familienandacht, sondern der ganze Tag soll genutzt werden, den Kindern das Wort Gottes weiterzugeben und möglichst situationsbezogen zu erklären (5Mos. 6,7-9). Dazu ist es unverzichtbar, selbst das Wort Gottes zu kennen.

Jesus und seine Jünger

Wie ist Jesus mit seinen Jüngern umgegangen? Er hatte viel Geduld mit ihnen. Er verbrachte viel Zeit mit ihnen, in der er sie ermahnte und aus dem Wort Gottes unterwies. Er hat ihnen gedient, war ihnen ein Vorbild, ist für sie eingetreten, hat sie beschützt und versorgt und hat sich schließlich für sie geopfert!

Und die Jünger? Nach anfänglichen Schwierigkeiten folgten sie ihm treu, vertrauten ihm, dienten ihm und übernahmen Verantwortung. Sie liebten ihren Herrn von ganzem Herzen und waren bereit, für ihn in den Tod zu gehen.

Können Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder so lieben? Nein, sie können es nicht. Wir können es nicht, nicht aus eigener Kraft! Doch Christus hat uns so geliebt. Er hat sich für uns erniedrigt, er ist für unsere Schuld, für unseren Ungehorsam, unsere Lieblosigkeit, Willkür, Ungerechtigkeit und Untreue gegenüber Gott und gegeneinander ans Kreuz gegangen. Er ist dafür gestorben und hat Frieden gebracht. Er hat Frieden zwischen Judenchristen und Heidenchristen geschaffen und sie in der Gemeinde vereint (Eph. 2,11-21). Genauso will er Frieden in die Familien bringen, indem er uns unsere Schuld vergibt, indem er uns seinen Geist schenkt und uns mit seiner Liebe erfüllt. Amen.

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