Matthias Steup, Gute Musik! Böse Musik?

Der Autor, Matthias Steup, ist Oberstudienrat, unterrichtet Englisch und Musik und hat vergleichende und historische Musikwissenschaft studiert. Seit gut drei Jahrzehnten unterrichtet er an Gesamtschulen und Gymnasien im Siegerland. Der Titel Gute Musik! Böse Musik? ist provokativ, herausfordernd. So ist er auch gemeint. Bei der Fragestellung geht es dem Autor um eine moralische Unterscheidung zwischen guter und böser Musik. Nicht Geschmacksfragen, auch nicht die Mehrheitsmeinung, sondern die Grundfrage ist dabei ausschlaggebend: Welche Musik ehrt Gott? Welche Musik kann zur Ehre und zum Lob Gottes eingesetzt werden, nicht zuletzt im Gottesdienst?

Der Verfasser ist davon überzeugt, dass die Antwort auf diese Frage nicht durch menschliche Argumente gefunden werden kann, schon gar nicht durch die Behauptung, alles sei subjektive Geschmackssache. Wie auch sonst, ist der Maßstab allein aus der Bibel zu finden. Steup bewertet nicht den Text oder die Musiker, er verdammt auch nicht von vornherein bestimmte Instrumente, sondern er beurteilt die Musik von ihrer Wirkung her. Denn Musik ist für ihn nicht nur Aneinanderreihung von Tönen. Sie ist auch nicht nur Transportmittel für den Text, sondern sie hat einen eigenen Wert, und vor allem hat sie eine eigene Wirkung. Eine der Grundthesen dieses Buches lautet deswegen: Musik ist nicht wertneutral.

Nachdem der Autor der Frage nachgegangen ist, ob und wie Musik beurteilt werden kann, stellt er die Frage, was denn die Bibel zur Musik sagt und wie der Gottesdienst zur Zeit der Bibel ablief. Dabei legt er den Finger darauf, dass die Bibel uns zur Abkehr von Fleischlichkeit und Unnüchternheit aufruft: Ekstase sowie Trance haben keinerlei Platz in einem an der Heiligen Schrift orientierten Gottesdienst. Der Bibel zufolge sollen wir vielmehr nüchtern und wachsam sein und uns am Gottesdienst, einschließlich der Musik, kognitiv beteiligen.

Im dritten Kapitel untersucht der Verfasser, wie die Musik uns beeinflusst und mit welcher Absicht die klassische, abendländische Musik komponiert worden ist. Im nächsten Kapitel stellt er diesen Ergebnissen die Botschaft der Rock- und Popmusik gegenüber. Ihn interessiert dabei besonders die Entstehung von Trance, Ekstase und Hypnose, da gerade die Trance, die Herabsetzung bis zur völligen Ausschaltung des kognitiven Verarbeitens der Musik, ein Grundkennzeichen von Pop- und Rockmusik ist.

Im abschließenden Kapitel stellt der Verfasser eine „Musik des Friedens“ einer „Reizmusik“ gegenüber. Seine Ausführungen sowie seine Schlussfolgerungen untermauert er mit mehreren Musikbeispielen. Er bietet sogar eine Anleitung zur eigenen Analyse und Bewertung christlicher Lieder. Auf diese Weise lässt sich beurteilen, welche Musik für den Gottesdienst und für den Gebrauch unter Christen geeignet ist – und zwar aus unzweideutig objektiven biblisch-musikalischen Gründen.

Das Buch ist flüssig geschrieben. Fachbegriffe werden erläutert, damit auch der musikalische Laie die Aussagen verstehen und überprüfen kann. Es ist sinnvoll, dass jedes Kapitel mit einer Zusammenfassung abschließt, die die wichtigsten Aussagen noch einmal hervorhebt.

Matthias Steup hat mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag geleistet zur Beantwortung der Frage, wie Christen sich zur Pop- und Rockmusik stellen sollen, welche Musik für den Gottesdienst und überhaupt für Christen geeignet ist – und zwar aus Gründen, die der Musik selbst innewohnen. Dieses Buch ist geeignet für die Prediger- und Theologenausbildung. Es gehört in die Hand jedes Predigers und Verantwortlichen für die Musik im Gottesdienst. Auch für die Ausbildung von Kirchenmusikern ist die hier behandelte Thematik unverzichtbar

Roland Sckerl u.a.

 

Matthias Steup: Gute Musik! Böse Musik? Augustdorf [edition baruch] 2015, ISBN 978-3-945717-01-1, 154 Seiten (Paperback), € 9,90.

 

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