Mann und Frau – und was die Bibel dazu sagt (Teil 2)

2.3. Gott schuf Mann und Frau nicht gleichartig

Die Überzeugung von der Gleichwertigkeit der Geschlechter hat sich heute weitgehend durchgesetzt. Der Grund dafür ist allerdings nicht, dass das, was das Wort Gottes darüber lehrt, anerkannt wird, sondern diese Überzeugung beruht auf einem Egalitätsdenken, wie es in den Ideen der Menschenrechte aufkam, die in der Französischen Revolution durchbrachen.
Vom Boden dieses Egalitätsdenken wird dann nämlich die Wesensverschiedenheit der Geschlechter bestritten. Dabei geht es den Genderideologen natürlich nicht um das Infragestellen der anatomischen Unterschiede von Mann und Frau. Die jeweiligen leiblich-biologischen Besonderheiten lassen sich ja nun wirklich nicht wegdiskutieren. Ihnen geht es um das Bestreiten der geistig-seelischen Differenzen zwischen den beiden Geschlechtern. Die Genderagitateure ziehen radikal in Zweifel, dass es ein erkennbares „Wesen des Mannes“ gibt und ein davon unterscheidbares „Wesen der Frau“, durch das jeweils das gesamte Leben in charakteristischer Weise bestimmt wird.


Als Erwiderung darauf könnte man auf die inzwischen zahlreichen empirischen Untersuchungen hinweisen.1 Aber anstatt diese zu referieren, konzentrieren wir uns auf das, was die Heilige Schrift zu diesem Thema sagt. Dabei achten wir zunächst auf die unterschiedliche Weise, in der Mann und Frau jeweils erschaffen wurden. Dies bietet einen ersten Hinweis auf die verschiedenartigen Aufgaben.
Der Mann wurde aus der Ackererde gebildet. Von daher hat er einen unmittelbaren Bezug zu der ihn umgebenden Sachwelt. Gott übertrug ihm die Bebauung und Bewahrung des Gartens Eden (1Mos. 2,15). Nach dem Sündenfall war es Adam, der den Auftrag erhielt, den Acker zu bearbeiten (1Mos. 3,17), sich also um den Nahrungserwerb zu bemühen. Auch bei der ihm übertragenen Namensgebung der Tiere ging es ja nicht einfach um eine beliebige Verteilung von Bezeichnungen. Vielmehr eignete sich Adam über die sprachliche Benennung erkennend und deutend seine Umwelt an (1Mos, 2,19.20).
Auf diese Weise gelangte er zu der Erkenntnis, dass in der ihn umgebenden Welt niemand zu finden war, der ihm entsprach. Der Bericht über die Namensgebung der Tiere schließt bezeichnenderweise mit dem Satz: „Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach“ (1Mos. 2,20).
Die Frau wurde dann aus der „Rippe“ (oder: „Seite„) des Mannes gebildet. Dies darf als Hinweis darauf dienen, dass eine Frau nicht so sehr auf die Sachwelt orientiert ist, sondern eher auf Personen. Tatsächlich besteht ihre Lebensaufgabe darin, Gehilfin des Mannes zu sein (1Mos. 2,18). Der Apostel Paulus lehrt, dass der Mann nicht geschaffen wurde um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen (1Kor. 11,9). Die stärker personale Ausrichtung der Frau zeigt sich auch in ihrer Bestimmung, Mutter zu werden.
Indem die Frau berufen ist, dem Mann in den ihm von Gott bestimmten Aufgaben zur Seite zu stehen, hat sie sich ihm unterzuordnen. Diese unterschiedlichen Bestimmungen sind deswegen unumkehrbar, weil sie schöpfungsgemäß sind.
Im Garten Eden sprach Gott nicht mit der Frau, sondern mit dem Mann. Gott gab Adam das Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen. Obwohl seine Frau ihren Mann zur Sünde verführt hatte, rief Gott nach dem Sündenfall Adam zu sich (1Mos. 3,9). Denn er war derjenige, der für die Einhaltung des Gebotes die Verantwortung trug.
Der Sündenfall bestand nicht nur allgemein darin, dass Menschen ein ausdrückliches Essverbot Gottes übertreten hatten. Vielmehr bestand er darin, dass Adam seine ihm von Gott übertragene Führungsverantwortung nicht wahrgenommen hatte. Darum setzte Gottes Urteilsspruch an Adam auch folgendermaßen ein: „Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht hast …“ (1Mos. 3,17). Beim Sündenfall ging es also nicht nur um Auflehnung gegen Gott allgemein, sondern um die Abschaffung der vom Schöpfer gegebenen Führungsverantwortung des Mannes über die Frau. Die Frau hatte etwas übernommen, das ihr nicht zustand, und der Mann hatte darauf verzichtet, Haupt in seiner Ehe sein zu wollen.
Vor dem Sündenfall bestand eine vierfache Autoritätsabstufung: Gott – Mann – Frau – Tierwelt. Diese Ordnung wurde durch den Sündenfall in ihr Gegenteil verkehrt. Die Schlange (als Vertreterin der Tierwelt) gewann Autorität über die Frau. Die Frau wirkte auf den Mann ein, und der Mann verachtete Gottes Autorität und schlug diese in den Wind.
Nach dem Sündenfall stellte Gott als Erstes die Ordnung wieder her, indem Gott der Frau den „Samen“ verhieß, der „der Schlange den Kopf zertreten wird“ (1Mos. 3,15). Die Frau wurde wieder dem Mann untergeordnet („… dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen“ 1Mos. 3,16), und Adam wurde der Zugang zum Baum des Lebens verwehrt, so dass er sich von nun an von dem verfluchten Erdboden ernähren musste, bis er dahin zurückkehrte, woraus Gott ihn gemacht hatte (1Mos. 3,17-19).
Die Wiederherstellung der Schöpfungsordnung bedeutet nicht eine Rückkehr in die heile Welt des Paradieses: Die wuchernden „Dornen und Disteln“ zeugen von der vielfältigen Vergeblichkeit des Tuns des Mannes „im Schweiß seines Angesichts“ (1Mos. 3,17-19); die Bestimmung der Frau zum Muttersein, die ohne Hingabe an den Mann nicht möglich ist, ist verbunden mit Schmerzen (1Mos. 3,16). Also auch der Personenbezug der Frau ist nun nicht mehr die ungebrochene Idylle.
Aber bei aller Gebrochenheit werden die Überordnung des Mannes und die verschiedenartigen Bestimmungen von Mann und Frau in den weiteren Kapiteln und Büchern des Wortes Gottes durchweg gelehrt.
Im gesamten Alten Testament wird vorausgesetzt, dass der Mann das Haupt der Familie ist. Er hat die letzte Entscheidungsbefugnis und ist verpflichtet, für den Schutz und den Lebensunterhalt von seiner Frau und seiner Familie zu sorgen, während die Frau das Haus in seiner ganzen Vielfältigkeit zu hüten hat (Spr. 31,10-31).
Bei den umliegenden Völkern Israels gab es durchaus auch Priesterinnen. Im Alten Bund war dagegen das Priesteramt ausschließlich Männern vorbehalten (2Mos. 28.29; 3Mos. 8 und 9). Nur sie waren dazu berufen, zu opfern und autorisiert, das Gesetz auszulegen (3Mos. 10,11; Mal. 2,6.7).
Im Neuen Testament werden ausnahmslos Männer zu den zwölf Aposteln berufen (Mt. 10,2-4) und auch in den Kreis der Siebzig (Luk. 10,1-16).
Nach seiner Auferstehung erteilte der Sohn Gottes Männern den Auftrag zur weltweiten Evangelisationspredigt und Lehrunterweisung (Mt. 28,16-20; Mk. 16,14.15). Angesichts damaliger Trends innerhalb der hellenistischen Kultur, in der durchaus auch Frauen mit religiösen Aufgaben betraut wurden, wäre es theoretisch denkbar gewesen, dass Jesus sich hier angepasst hätte. Aber er tat es nicht. Er setzte nicht die Schöpfungsordnung außer Kraft, sondern überantwortete die Leitung und die geistliche Führung der Gemeinden ausschließlich Männern.
Im Umfeld Jesu gab es durchaus Frauen. Über sie aber wird gesagt, dass sie dem Herrn „mit ihrem Vermögen dienten.“ (Luk. 8,2.3). Mit anderen Worten: Ihr „Dienst“ entsprach dem, was in 1Mose 2,18 mit Gehilfin zum Ausdruck gebracht ist. In den Evangelien gibt es keine einzige Stelle, die auch nur ansatzweise darauf hinweist, dass Frauen mit Predigtaufgaben betraut wurden. Bei aller Gleichwertigkeit der Geschlechter in Wort und Tat beachtet Jesus also die mit der Schöpfung gegebenen jeweiligen unterschiedlichen Bestimmungen von Mann und Frau.
Es geht dabei keineswegs um eine Verachtung der Frau. Wenn wir die neutestamentlichen Berichte über die Stellung der Frau mit Aussagen zu diesem Thema aus dem Judentum der Zeitenwende vergleichen, springt der Unterschied deutlich ins Auge. Während sowohl das Alte Testament als auch das Neue beachtliche Zeugnisse für die Gleichwertigkeit der Geschlechter und die Hochschätzung der Frau enthalten, setzte sich im spätjüdischen Rabbinat eine Missachtung der Frau durch. So schreibt zum Beispiel der jüdische Schriftsteller Josephus (37-100 n. Chr.), dass die Frau „in jeder Beziehung geringeren Wertes als der Mann“ ist.1 Einer der Rabbinen prägte den Satz: „Wohl dem, … dessen Kinder männliche, und weh dem, dessen Kinder weibliche sind.“2
Rabbi Jehuda erklärte um das Jahr 150: „Drei Lobsprüche muss man an jedem Tag sprechen: Gepriesen sei Jahwe, dass er mich nicht als Heiden erschaffen hat; . . . gepriesen sei er, dass er mich nicht als Weib erschaffen hat; gepriesen sei er, dass er mich nicht als Ungebildeten erschaffen hat.“3
Vielfach stellten die Rabbiner die Frauen auf die gleiche Stufe mit den als minderwertig beurteilten Kindern und Sklaven.4
Die geringschätzige Beurteilung der Frau wirkte sich auch in religiöser Hinsicht aus: Im Judentum zählten Frauen nicht nur nicht mit, wenn festgestellt werden sollte, ob die für einen Synagogengottesdienst notwendige Mindestzahl der Teilnehmer anwesend war, sondern die Frauen durften den Tempelbereich auch nur bis zum „Frauenvorhof“ betreten. Nirgendwo gab es eine solche Einschränkung im Alten Testament. Entsprechend verhielt es sich in juristischer Hinsicht: In einem Gerichtsprozess waren sie als Zeuginnen nicht zugelassen.
Ganz anders berichtet es das Neue Testament. Hier ist keine Verachtung der Frau zu entdecken. Jesus sprach lange mit der Samariterin, so dass die Jünger, als sie dies mitbekamen, ihre Verwunderung nicht verbergen konnten (Joh. 4,27a). Auch der Inhalt des Gesprächs macht deutlich, wie ernst Jesus die Frau nahm. Mehr noch: Diese in sittlicher Hinsicht in Verruf stehende Frau wird von Christus gewürdigt, seine Sendung und seine Messianität offenbart zu bekommen (Joh. 4,17-26). Das Gespräch mit der Samariterin war wahrlich nicht das einzige Gespräch, das Jesus mit einer Frau führte (Mt. 9,22; Luk. 7,12.13; Lk. 13,12; Luk. 23,27-31; Joh. 8,10.11). Die ersten Zeugen der Auferstehung waren bekanntlich Frauen (Mt. 28,1-7; Mk. 16,1-10; Lk. 23,55 – 24,10; Joh. 20,1.11-18).
Kurzum: In Wahrheit hat die Verkündigung des Evangeliums eine gewaltige Befreiung der Frau gebracht, und zwar hin zu ihrer schöpfungsgemäßen Bestimmung. Aber Gleichwertigkeit von Mann und Frau heißt nun eben nicht Egalität.
Paulus ist nicht der einzige vom Geist Gottes inspirierte biblische Schreiber, der sich gegen das Egalitätsdenken wendet, aber auch er macht es unmissverständlich deutlich: „Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.“ (1Kor. 11,3). Der hier von Paulus verwendete Begriff „Haupt“ bringt das Überordnungsverhältnis des Mannes zum Ausdruck.5
Aber diese Aussage macht auch klar, dass die hier angesprochene Unterordnung der Frau unter den Mann absolut nichts zu tun hat mit einer Minderbewertung der Frau. Der Apostel spricht in diesem Zusammenhang von der Unterordnung Christi unter den Vater. Es wäre geradezu absurd, daraus die Folgerung zu ziehen, der Sohn Gottes hätte einen geringeren „Wert“ als Gott der Vater. Die Heilige Schrift bezeugt in aller wünschenswerten Klarheit, dass der Sohn genau wie der Vater Gott ist (Röm. 9,5; Phil. 2.6.7; Kol. 1,15-20; 2,2.3.9.10.; Tit. 2,13.). Zwischen Gott dem Vater und Gott dem Sohn, gibt es keinen Unterschied im „Wert“. Wohl aber gibt es zwischen den beiden Personen eine unterschiedliche Aufgabenverteilung innerhalb der Heilsgeschichte. Aus diesem Grund bezeugte der Sohn, als er auf Erden war, dass er nichts tun kann, was er nicht den Vater tun sieht (Joh. 5,19). Noch einmal: Der Grund dafür liegt nicht in einer Wertabstufung, sondern darin, dass der Sohn sich um unseres Heils willen in freiwilligem Gehorsam dem Vater unterordnete.
Entsprechend, so der Apostel Paulus, verhält es sich bei Mann und Frau. Auch sie sind in ihrem Wesen gleichwertig. Wohl aber haben die beiden Geschlechter in der gegenwärtigen Zeit unterschiedliche Bestimmungen und Zuständigkeiten. Diese unterschiedlichen Aufgaben erfordern die Über- bzw. Unterordnung.
Das Hauptsein des Mannes ist auch für eine christliche Ehe maßgeblich (Eph. 5,23.33). Dem Mann kommt die Führung in der Ehe zu. Wenn hier von „Führung“ gesprochen wird, dann ist unstrittig, dass dieser Begriff inhaltlich sehr unterschiedlich gefüllt werden kann. Beim Begriff des „Führens“ kann man sowohl an ein keinen Widerspruch duldendes Befehlen eines Diktators denken oder an einen Kommandeur, etwa bei einem militärischen Einsatz. Man kann bei diesem Wort einen Chorleiter vor Augen haben, der dafür Sorge trägt, dass nicht alle durcheinander singen. Schließlich kann man auch an jemanden denken, der einen Verirrten durch den Verkehr lotst, und nicht zuletzt auch an jemanden, der sich nicht davor drückt, Verantwortung für andere zu übernehmen.
Wenn wir fragen, wie im Licht des Neuen Testaments die Berufung des Mannes als Haupt inhaltlich zu füllen ist, dann ist zunächst einmal festzuhalten, dass jede Form von Grobheit ausgeschlossen ist. Petrus schreibt ausdrücklich, dass Ehemänner „einsichtig mit ihren Frauen … zusammenleben“ sollen (1Petr. 3,7). Mehr noch: Das Hauptsein des Mannes steht in enger Verbindung mit Fürsorge und dem Sich-Opfern für die eigene Frau (Eph. 5,25.26). Dabei dient Jesus Christus als Vorbild, der seine Gemeinde (Braut) über den Weg zum Kreuz in die Herrlichkeit führt.

Zweifellos lässt sich die Analogie zwischen Christus und einem Ehemann nicht völlig durchziehen. Denn anders als Christus sündigen Männer, und folglich müssen sie sich dann auch bei ihren Frauen entschuldigen, was Christus niemals tun musste. Aber mit der Beziehung zwischen Christus, dem Haupt, zur Gemeinde, seiner Braut, ist die Norm für die Beziehung zwischen Mann und Frau inhaltlich vorgegeben.

Unterordnung der Frau meint nicht, dass sie ihren Ehemann an die Stelle Gottes stellen soll oder dass sie sich ihm gegenüber willenlos macht. Vielmehr ist damit gemeint, dass sie als Gehilfin die Führung des Mannes akzeptiert und innerlich bejaht, und zwar wie Paulus ausdrücklich hervorhebt „in allem“ (Eph. 5,24), das heißt in jedem Lebensbereich. Was das konkret heißen kann, veranschaulicht Petrus einmal anhand von Sarah, die „dem Abraham gehorchte“ (1Petr. 3,6).

Petrus macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass die Beachtung dieser hierarchischen Ordnung auch in einer Mischehe geboten ist. In dieser Konstellation fungiert sie sogar als missionarisches Zeugnis: „Gleicherweise sollen auch die Frauen sich ihren eigenen Männern unterordnen, damit, wenn auch etliche sich weigern, dem Wort zu glauben, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden“ (1Petr. 3,1). Mit anderen Worten: Frauen, die meinen, sich über die Schöpfungsordnung hinwegsetzen zu dürfen, weil ihr Mann ungläubig sei, werden hier eines Besseren belehrt. Einer solchen Frau wird aber eine gewaltige Verheißung gegeben: Durch ihr sanftmütiges, stilles und geduldiges Unterordnen darf die Frau damit rechnen, dass ihr (noch) ungläubiger Mann für Christus gewonnen wird.

Kurzum: Auch wenn nach dem Sündenfall die Beachtung der Über- und Unterordnung nicht mehr in eine ungebrochene heile Idylle führt – Gottes Gerichtswort traf sowohl den Mann als auch die Frau in ihren zentralen Lebensaufgaben – so bildet die Einhaltung dieser Ordnung in einer Ehe einen Schutzwall gegen den Einbruch des Bösen.

Wenn man demgegenüber meint, diese Ordnung verschmähen zu können, hat das sowohl für den Mann als auch für die Frau selbstzerstörerische Konsequenzen. Dann lässt Gott die Menschen in ihren eigenen Ungehorsam versinken und die Folge davon ist dämonisiertes Lebenschaos.

Bei aller Gebrochenheit, die das Leben von Mann und Frau nach dem Sündenfall bestimmt, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Frau „gerettet“ wird „durch das Gebären von Kindern“ (1Tim. 2,15). Damit verkündet der Apostel Paulus natürlich nicht, dass eine Frau durch Gebären Christin wird oder vom Zorn Gottes gerechtfertigt wird. Vielmehr zeigt er hier die Umstände auf, in denen gottesfürchtige Frauen ihre Errettung erfahren oder „bewirken“ (vergleiche einen ähnlichen Gebrauch in Phil. 2,12). Es geht hier um die Beachtung und die Wahrung eines Schutzraumes für das Leben, der, wenn er verschmäht wird, den Untergang und das Verderben der Menschen herbeiführt.

Dabei machen wir uns klar, dass das, was der von Gottes Geist inspirierte Apostel Paulus an Timotheus in den Versen unmittelbar davor schreibt, in einer ziemlich komprimierten Weise genau das ist, wogegen die Vertreter des Feminismus und die Genderideologen heutzutage sturmlaufen. Denn da ist doch tatsächlich davon die Rede, dass sich Mann und Frau unterscheiden und dass die Frau „still sein“ soll, dass sie „nicht lehren“ und „nicht herrschen“ soll: „Eine Frau lerne in der Stille in aller Untertätigkeit. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, sondern still zu sein, denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung„. (1Tim. 2,12-14). Was hier zu lesen ist, ist so ziemlich eine volle Breitseite gegen den Genderwahn.

Paulus schreibt dies in eine Situation hinein, in der er Timotheus Anweisungen erteilte, wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist“ (1Tim. 3,15). Der Apostel schreibt dies in einer Konfrontationssituation. Damals standen in der Gemeinde in Ephesus Leute auf, die andere Gemeindeglieder von der gesunden Lehre des Evangeliums wegzuziehen trachteten. Es war ihnen bereits gelungen, namentlich Frauen auf ihre Seite zu ziehen. Dabei hatten sie als Verhaltensmuster gelernt, „untätig zu sein, indem sie in den Häusern umherliefen; und nicht nur untätig, sondern auch geschwätzig und neugierig zu sein, und sie reden, was sich nicht gehört“ (1Tim. 5,13). Paulus weist sie stattdessen auf ihre schöpfungsgemäße Berufung hin: Die jungen Frauen (Witwen) „sollen heiraten, Kinder gebären und den Haushalt führen (1Tim. 5,14). Andernfalls, so warnt der Apostel, laufen sie „dem Satan nach“ (1Tim. 5,15). Auch diese Warnung lässt im Blick auf die Genderideologie an Klarheit nichts zu wünschen übrig.

Im Zusammenhang mit ihrem Lebenswandel trachteten diese Frauen offensichtlich auch danach, die Leitung in der Gemeinde an sich zu reißen und autoritativ zu lehren. Heute würden wir sagen: Sie hatten sich in den Kopf gesetzt zu predigen. Paulus stellt klar, dass die Frau weder zur Leitung einer Gemeinde noch zum Lehrdienst berufen ist (1Tim. 2,15). Dieses ist Aufgabe von Timotheus (1Tim. 4,11-16; 2Tim. 4,2) sowie von den Ältesten (1Tim. 3,2; 5,17; Tit. 1,9).

Wichtig ist hier die Begründung. Paulus untersagt der Frau das Lehren und Herrschen keineswegs mit Verweis auf die damaligen kulturellen Gegebenheiten in Ephesus, sondern er begründet diese Anordnung mit der Schöpfungsordnung und den Ereignissen rund um den Sündenfall.

Wenn Paulus das Lehrverbot für eine Frau damit begründet, dass Adam nicht verführt wurde, sondern die Frau (1Tim. 2,14), will er nicht eine psychologische Erkenntnis vermitteln, nach der Frauen leichtgläubiger als Männer seien oder für Betrügereien offener seien. Möglicherweise ist das der Fall. Aber darum geht es nicht. Vielmehr macht der Apostel darauf aufmerksam, dass sich Satan einst in listiger Weise an die Frau herangemacht hatte unter Umgehung Adams, also dessen, der die Verantwortung für den Gehorsam gegenüber Gott beim menschlichen Miteinander zu tragen hatte.

Wenn Paulus den Frauen hier das Lehren untersagt, dann – und das sei noch einmal betont – handelt es sich um autoritatives Lehren. Zweifellos haben Frauen genau wie Männer geistliche Gaben empfangen. Sie sind dazu berufen, diese für die Auferbauung der Gemeinde einzusetzen. In der apostolischen Zeit war es durchaus möglich, dass Frauen weissagten (1Kor. 11,5). Sie sollen sogar in gewissen Konstellationen lehren (Tit. 2,3.4; 2Tim. 1,5; 3,14; Apg. 18,26; Spr. 31,26). Aber dort, wo ihr Lehren mit dem Ausüben von Autorität über den Mann verbunden ist, steht dies einer Frau nicht zu. Aus diesem Grund ist sie nicht befugt, in einer Gemeinde das Ältesten- oder gar das Pastorenamt zu bekleiden.

Halten wir abschließend fest: Nirgendwo werden in der Heiligen Schrift die Ideen des Feminismus und des Genderdenkens dermaßen kompakt verworfen, wie in 1Timotheus 2,12-15. Diese Verse dürfen als Generalabrechnung mit dieser Ideologie verstanden werden.

3. Konsequenzen: Als Christ leben angesichts des Genderdenkens

3.1. Mann und Frau sind komplementär zueinander geschaffen

Es ist deutlich, dass im Licht des Wortes Gottes Mann und Frau als Geschöpfe Gottes gleichwertig sind. Aber sie sind nicht gleichartig. Vielmehr haben sie eine grundlegend unterschiedliche Bestimmung. Mann und Frau differieren nicht nur anatomisch-körperlich, sondern auch in geistig-seelischer Hinsicht. Diese Unterschiede dürfen diejenigen, die Gott als ihren Schöpfer bekennen, dankbar bejahen und als große Bereicherung verstehen. Christen verfallen nicht einem Egalitätsdenken, sondern betrachten die Unterschiede zwischen Mann und Frau als polare Ergänzung. Wegen dieser Komplementarität kann und darf es auch in der Erziehung von Jungen und Mädchen um keine Gleichmacherei gehen.

3.2. Mann und Frau spielen keine „Rollen“

Der heute im Blick auf Mann und Frau verwendete Begriff der „Rolle“ (die Rolle des Mannes / der Frau) muss im Licht des Wortes Gottes als unzureichend zurückgewiesen werden. Ursprünglich stammte der Begriff der „Rolle“ aus dem Bereich des Theaterlebens. Er kam dann durch die philosophische Strömung des Existentialismus in die Denkbilder der gegenwärtigen konstruktivistischen Soziologie. Seitdem herrscht in den Köpfen unserer Zeitgenossen die Auffassung, der Mensch spiele in der Welt ein Vielzahl von Rollen, zum Beispiel als Ehemann, als Vater, als Chef, als Konsument, als Autofahrer, als rechter Verteidiger im Fußballverein, als Mieter, als Nichtraucher usw.

Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass eine „Rolle“ immer etwas Fremdes ist. Sie wird einem Schauspieler zugewiesen, damit er sie für eine bestimmte Zeit übernimmt. Selbst wenn er sich in seiner „Rolle“ weitestgehend zurechtfindet, bleibt es immer etwas Aufgesetztes. Das tatsächliche Denken, Fühlen und Wollen des Schauspielers kommt darin niemals völlig zum Ausdruck. Insofern verrät die häufige Verwendung dieses Begriffs, wie weit die Menschen bereits von ihrer von Gott gegebenen Stellung und Bestimmung entfremdet sind und ihre Identität verflüssigt haben. Gott jedenfalls, der den Menschen als Mann und als Frau geschaffen hat, wollte nicht, dass sie Rollen „spielen“, sondern dass sie ihrem Wesen entsprechend leben.

Mit anderen Worten: Jeder Mann und jede Frau ist aufgerufen, sich ernsthaft vor Gott zu fragen: „Was heißt es vor Gott, ein Mann zu sein bzw. eine Frau zu sein?“ Im Licht des Wortes Gottes ist klar, dass die Geschlechtlichkeit eines Menschen sein Wesen bis in seine tiefsten Tiefen durchdringt und bestimmt. Egal was Genderideologen verkünden: Jede Facette unseres Wesens und unserer Selbstwahrnehmung ist nicht einfach an ein allgemein menschliches Sein gebunden, sondern an unsere Geschlechtlichkeit, also daran, ob wir Mann oder Frau sind.

Dass wir es hier mit Schöpfungsgegebenheiten zu tun haben, kann uns im Blick auf das Genderdenken einerseits sehr gelassen machen. Wir können sicher sein, dass es sich nicht durchsetzen wird. Aber angesichts der heute schon zu beobachtenden Indoktrinationsversuche werden wir bei vielen Menschen, nicht zuletzt bei unseren Kindern, mit einer tiefgreifenden Orientierungslosigkeit und mit umfassenden Identitätskrisen zu rechnen haben.

Das gilt übrigens auch für das Vatersein. Es hat sich herumgesprochen, dass Vatersein mehr ist als das Erzeugen von Leben. Aber auch lediglich das Erwecken von väterlichen Gefühlen entspricht noch nicht dem, was ein Vater ist. Paulus weist einmal auf Folgendes hin: „Alle Vaterschaft im Himmel und auf Erden hat ihren Namen von Gott dem Vater“ (Eph. 3,14.15). Mit anderen Worten: Erst von Gott dem Vater wissen wir überhaupt, was ein Vater ist. Alles andere sind Karikaturen.

3.3. Das Genderdenken führt in die Unfreiheit von Mann und Frau

Wie jede Ideologie, so führt auch die Genderideologie nicht in die Freiheit, sondern in Persönlichkeitsverformungen, die sowohl für den Mann als auch für die Frau katastrophal sind.

Betrachtet man die Gegenwart im Licht der durch die Heilige Schrift vermittelten Ordnungen, ergibt sich ein denkbar düsteres Bild. Angesichts der Bestimmung des Mannes, in verantwortlicher und hingabebereiter Weise die Führung und Leitung in Ehe, Familie, Gemeinde und in unserem Volk nach den Maßstäben Gottes wahrzunehmen, müssen wir heute feststellen: Anstatt der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist bei dem Mann die Flucht vor der Verantwortung zu konstatieren. Weitgehend hat er sich die Bereitschaft zur hingebungsvollen Liebe gegenüber der Ehefrau abgewöhnt. Der Schwund an verantwortungsbereiter Männlichkeit wird dann auch in der immer mehr um sich greifenden Flucht vor dem Vatersein offensichtlich.

Die Frau gerät durch das permanente öffentliche Lächerlich-Machen ihrer Bestimmung, Gehilfin des Mannes zu sein, und der damit verbundenen Abwertung der „Nur-Hausfrau“ in den Zwang, im Berufsleben „ihren Mann“ zu stehen. Dieser Prozess der Vermännlichung der Frau, in der der Frau ihr Schutz- und Geborgenheitsbedürfnis ausgeredet wird, führt dazu, dass sie ihrer Bestimmung zur Mutterschaft nicht nachkommt, angesichts der pausenlos auf sie einprasselnden Gehirnwäsche, in der ihr eingeredet wird, Kinder würden ihre Freiheit behindern.

Außerdem: Keine Frau wird ernsthaft darüber nachdenken Kinder in die Welt zu setzen, wenn sie nicht realistisch davon ausgehen kann, dass sie, für mindestens die nächsten 20 Jahre in einer stabilen Beziehung leben wird. Die Lage von alleinstehenden, zwischen Beruf und Kindern sich aufreibenden Frauen wird ihr zu deutlich vor Augen stehen.

Es ist absurd, wenn aus Familienministerien Verlautbarungen kommen, aus denen hervorgeht, man könne durch Erhöhung des Kindergelds und anderer staatlicher Unterstützungen maßgeblich die Geburtenrate fördern. Ohne eine geistige Rückbesinnung auf das, was (Vater- und) Muttersein heißt, ohne die Achtung dessen, was in biblischem Sinn eine Familie ist, wird sich hier nichts gravierend verbessern.

Die Verweigerung mütterlicher Verantwortung und der Rückgang der Opferbereitschaft ist die wohl bedenklichste Folge des Verlustes an Fraulichkeit, durch den unsere Gegenwart gekennzeichnet ist. Dies aber hat verheerende Folgen für unser Gemeinwesen.

Jede staatliche Institution wird sich darüber klar werden müssen, egal wie hoch man die staatlichen Zuschüsse und Vergünstigungen schraubt, dass eine Frau gern bereit ist, ihrem sie liebenden und für sie sorgenden Mann Kinder zu schenken, aber nicht dem deutschen Rentensystem.

Solange man sich weigert, in der veröffentlichten Meinung diesen Sachverhalt zur Kenntnis zu nehmen, wird sich an der Selbstzerstörung und dem Sterben unseres Volkes nichts ändern.

Demgegenüber muss die heute propagierte Idee, Karriere und Kind seien für Mann und Frau und eine Familie vereinbar, in Frage gestellt werden. Leider ist es vielfach notwendig, dass eine Frau auch Geld verdienen muss. Aber dies als gesellschaftliches Ideal hinzustellen ist absurd. Es führt bei Mann und Frau zu Neurosen. Mittlerweile steht diese ärztliche Diagnose an dritter Stelle für Krankschreibungsgründe am Arbeitsplatz. Hier liegt einer der wunden Punkte in unserer emanzipierten Gendergesellschaft, der in den Medien noch tabuisiert wird.

Aber die Frage bleibt: Wie lange können wir uns dieses Schweigen noch leisten? Wenn wir nicht schleunigst zu einer klar umrissenen Einsicht darüber gelangen, was es heißt, Mann und Frau zu sein, was es heißt, Vater und Mutter zu sein, und ich sehe nicht, wie das ohne Rückbesinnung auf das Wort Gottes möglich sein wird, dann ist die Lebensgrundlage von uns allen zutiefst bedroht.

3.4. Das antichristliche der Genderideologie

Das Nein zum Genderdenken werden Christen nicht nur wegen der selbstzerstörerischen Folgen für unser Gemeinwesen verkünden müssen. Das ist nicht die letzte Motivation für das Verkündigen der Wahrheit. Vielmehr werden Christen diese Ideologie vor allem deswegen bestreiten, weil sie in zentraler Feindschaft zu dem steht, was der Schöpfergott in seinem Wort geoffenbart hat. Die Gendergesinnung ist Rebellion gegen den Gott, den wir bekennen als Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Dieser Gott steht der Welt als ihr Schöpfer und ihr Erhalter frei gegenüber und ruft uns zu: „Adam, wo bist du?

Im Vergleich zu der Lehre des Wortes Gottes macht das Genderdenken aus Gott bestenfalls noch eine mystische Kraftquelle. Tritt es in christlichem Gewand auf, macht es aus dem lebendigen Gott ein Etwas, das man nicht durch das Hören auf das von ihm geoffenbarte Wort vernimmt, sondern durch Mystik, Ekstase, meditative oder sensitive Praktiken. Darum ist es kein Wunder, dass diese Praktiken in vom Genderdenken infizierten Gemeinden Einzug nehmen und die Verkündigung des Wortes Gottes immer mehr und mehr in den Hintergrund drängen.

Bereits in den achtziger Jahren, als der Begriff „Gender“ noch nicht ins öffentliche Bewusstsein gedrungen war, wurde auf Weltgebetstreffen der Frauen von der „Mutter Erde“ gesprochen oder vom „großen Geist“.

Von so etwas weiß die Heilige Schrift absolut nichts. Für sie ist es Götzendienst, wenn jemand meint, durch mystisches Erspüren oder durch Meditation mit Gott in Verbindung treten zu können.

Die Bibel lehrt, dass Gott durch sein Wort mit dem Menschen Umgang hat. Wir erfühlen Gott nicht, wir ertasten Gott nicht, wir suchen Gott nicht in der Ekstase oder in einem gruppendynamischen Erlebnis, sondern wir hören auf sein Wort: „Höre Israel, der Herr, dein Gott ist ein einiger Gott!“ (5Mos. 6,4). Man lese einmal unter diesem Aspekt die Propheten, zum Beispiel Jesaja. Dann sieht man, wie häufig dieser Prophet zum Hören aufruft (Jes. 1,2.10.19; 7,13; 18,3; 21,10; 28,14.23; 29,18; 32,3.9; 33,13; 34,1; 40,21.28; 42,9.18.20.24; 43,9; 44,1.8; 46,3.12; 47,8; 48,1.6-8.12.14.16; 49,1; 50,4.10; 51,1.7.21; 55,2.3; 66,4.5). Diese Aufforderungen erfolgten angesichts eines Volkes, das nicht (mehr) hören wollte und geistlich taub war (Jes. 6,9.10; 28,12; 30,9) und auf andere Weise die Wahrheit vernehmen wollte (Jes. 8,19.20).

Wir sind aufgerufen, diesem Gott nicht durch Ekstase oder Rausch zu antworten, sondern im Gebet, das heißt: Wir sprechen zu dem Gott, der zuerst zu uns gesprochen hat.

Indem die Genderideologie die von Gott gegebenen Schöpfungsordnungen verneint, namentlich die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern, wird man bei dieser Denkweise vorbehaltlos von einem Schöpfungshass sprechen müssen.

Darüber hinaus aber verneint die Genderideologie auch das von Gott gewirkte Heilswerk Christi auf Golgatha. Bereits der Feminismus wies mit großer Leidenschaft die Botschaft zurück, dass der Mensch verloren und verdammt ist und einzig und allein aus Gnaden durch den Glauben gerechtfertigt wird.

Es ist kein Wunder, dass in diesen geistigen Strömungen, wenn man sich überhaupt noch mit dem Evangelium beschäftigt, das Versöhnungswerk Christi radikal verworfen wird. Man lehnt es ab, dass Christus unsere Sünden auf das Kreuz hinaufnahm, dass er dort für unsere Schuld litt, den Zorn Gottes trug und so das Sühnopfer für uns geworden ist.

Wenn der Apostel Paulus im Galaterbrief schreibt, dem Brief, in dem es so viel um Freiheit geht, dass das Christsein dadurch gekennzeichnet ist, dass der Geist gegen das Fleisch kämpft und das Fleisch gegen den Geist, wenn er dazu aufruft, unsere Ichhaftigkeit (Fleisch) mit ihren Leidenschaften und Lüsten zu kreuzigen (Gal. 5,24), dann stößt genau diese befreiende Botschaft bei religiösen Genderideologen auf schärfste Ablehnung.

Stattdessen träumt man von dem Gruppenbruder Jesus, der die Geschlechterschranken überwunden habe und uns in ein kampfloses, spannungsloses Verhältnis zu Gott bringe. Damit aber demaskiert sich das Genderdenken als eine Selbsterlösungsideologie. Es ist Häresie. Es ist Apostasie. Dass das Genderdenken inzwischen einen so großen Widerhall gefunden hat und immer noch findet, enthüllt das tiefe Aufbegehren, in dem die Menschheit heute gegen Gott und seine Ordnungen steht.

Aber das Wort Gottes bleibt auch gegenüber dem Genderdenken gültig. Das Wort Gottes lehrt: Der Mann ist dazu geschaffen und beauftragt das Haupt der Frau und der Familie zu sein, das heißt, sie so zu lieben, wie Christus seine Gemeinde liebt. Die Frau ist dazu bestimmt, ihrem Mann eine Gehilfin zu sein, das heißt, sich ihm unterzuordnen, so wie sich die Gemeinde ihrem Haupt, Christus, unterzuordnen hat.

3.5. Die Dringlichkeit der Rückbesinnung auf die von Gott gegebenen Ordnungen zwischen Mann und Frau.

Es hat wohl noch nie eine Geschichtsepoche gegeben, in der die Rückbesinnung auf die biblische Sicht von Mann und Frau so dringend erforderlich war wie heute: Gleichwertigkeit von Mann und Frau, aber nicht Gleichartigkeit, nicht Egalität! Aus diesem Grund wird es unverzichtbar sein, auf diesen biblischen Aspekt nachdrücklich hinzuweisen, ihn in der Gemeinde beharrlich zu lehren und in unserem Volk unerschrocken zu bezeugen – in dem beklemmenden Wissen: Wenn sie nicht hören, gehen sie zugrunde.


1) Rigoros seien hier folgende Artikel herausgegriffen: Manfred Spreng, Die unüberbrückbaren neurophysiologischen Unterschiede. In: Manfred Spreng, Harald Seubert, Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie Ansbach [Verlag Logos Editions] 2012, S. 29-67. George Alan Rekers, Psychologische Grundlagen für die Erziehung maskuliner Jungen und femininer Mädchen. In: John Piper, Wayne Grudem [Hrsg.] Zweimal einmalig – eine biblische Studie. Friedberg [3L-Verlag] 2008, S. 363 – 385 [Deutsche Übersetzung von: Recovering Biblical Manhood & Womanhood. Wheaton 1991]. Gregg Johnson; Die biologische Grundlage für geschlechtsspezifisches Verhalten. In: John Piper, Wayne Grudem [Hrsg.], a.a.O., S. 343 – 361.
2) Joachim Jeremias, Neutestamentliche Theologie. Erster Teil: Verkündigung Jesu. Gütersloh 1971, S. 217.
3)Hermann L Strack & Paul Billerbeck, Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch. Band III, 5. Auflage, München 1969, S. 611.
4) Hermann L Strack & Paul Billerbeck, Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch. Band II, 5. Auflage, München 1969, S. 495.
5) Johannes Leipoldt, Die Frau in der antiken Welt und im Urchristentum. Gütersloh 1962., S. 56.