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Der Himmel als Hoffnung der Christen

Einleitung

Gestatten Sie eine persönliche Frage: Was erwarten Sie sich vom Himmel? Welche Erwartungen hegen Sie als glaubender Christ persönlich an Ihr zukünftiges Sein im Himmel?

Ich stelle diese Frage deshalb, weil sie uns geradezu zu unüberlegten Antworten provoziert und offenlegt, worauf wir eigentlich tagtäglich unser Herz richten. Im Grunde geht es uns – ich rede jetzt von Christen im Allgemeinen – nämlich wie allen Menschen vorrangig um uns selbst: um unsere Sorgen, unsere Bedürfnisse, unsere Vorstellungen, unsere Gefühle. In dieser Selbstzentriertheit denken wir gelegentlich auch über den Himmel nach und malen uns dann aus, wieviel besser es uns doch im Himmel einmal ergehen werde.

Lassen Sie uns von Anfang an mit dieser falschen, egoistischen und unbiblischen Vorstellung aufräumen. Denn wir sollen nicht in erster Linie auf den Himmel hoffen, weil unser Alltag hier so mühsam ist und wir dann endlich alle unsere Sorgen und Schwierigkeiten und Anfechtungen hinter uns lassen können. Vielmehr hoffen wir auf den Himmel um seiner selbst willen: Weil es der herrliche Wohnort Gottes ist und wir an diesem Ort in ewiger Gemeinschaft mit Gott dem Vater leben dürfen.

Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Heilige Schrift in ihren 66 Büchern erstaunlich wenig über den Himmel als solchen berichtet. Wir lesen sehr viel mehr über die Sünde, über die Errettung in Christus oder darüber, wie wir als Erlöste dankbar leben sollen. Selbst die Schilderungen von Gottes Zorn und seinem Gericht nehmen mehr Raum ein als Schilderungen des Himmels.

Wenn die Heilige Schrift vom Himmel spricht, dann oftmals in einer eher praktischen Weise. Der Himmel ist nämlich für uns nicht etwas, das weit weg und jetzt ohne Bedeutung wäre. Im Gegenteil. Wir sind, wie der Apostel Paulus schreibt, schon jetzt mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus (Eph. 2,6). Das heißt, dass unser Leben bereits hier auf der Erde vom Himmel und von der Hoffnung auf den Himmel geprägt sein soll. Wir leben in dieser Welt als Pilger und Fremdlinge. Diese Erde ist nicht unser Zuhause, sondern wir warten auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist (Hebr. 11,10).

Im Folgenden möchte ich diese unsere Hoffnung anhand eines kurzen Abschnitts aus dem Buch Offenbarung näher ausführen, nämlich Offenbarung 21,1–3. In diesen drei Versen finden wir eine dreifache Hoffnung, die wir mit Blick auf den Himmel haben:

1. Unsere Hoffnung auf die herrliche Schöpfung

2. Unsere Hoffnung auf die herrliche Kirche

3. Unsere Hoffnung auf die herrliche Gemeinschaft mit Gott

1. Unsere Hoffnung auf die herrliche Schöpfung

Im Offenbarung 21,1 lesen wir: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

Hier ist offenbar die Rede von einer neuen Schöpfung, die an die Stelle der bisherigen tritt. Der alte Himmel und die alte Erde werden vergehen. Das spricht auch der Apostel Petrus an, wenn er vom Tag des Herrn schreibt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden (2Petr. 3,12). Die alte Schöpfung wird sich auflösen, aber ihr Wesen bleibt erhalten und wird in einen neuen Himmel und in eine neue Erde völlig erneuert verwandelt werden.

Dieser Vorgang lässt sich vielleicht mit dem Schicksal unseres Leibes vergleichen. Unser Leib stirbt und vergeht im Grab, wird aber eines Tages von Christus auferweckt und erneuert werden. Und so wie unser Leib zunächst durch den Tod zerstört und dann in der Auferstehung auf wundersame Weise wieder zusammengefügt werden wird, so wird es auch mit der ganzen Schöpfung sein. Beim Kommen Christi zum Gericht wird sie in Glut und Hitze vergehen, aber an ihre Stelle wird eine neue Schöpfung treten. Es wird keine brandneue, keine völlig andere Schöpfung geben, sondern wie bei unserem Leib dem Wesen nach sozusagen eine Erneuerung der heutigen Schöpfung. Auf die fundamentalen Unterschiede komme ich gleich zu sprechen.

Auch in der Auferstehung des Herrn Jesus Christus finden wir ein Vorbild für diesen Vorgang. Der Herr ist mit demselben Leib auferstanden, mit dem er auch gekreuzigt worden war. Er hatte noch die Wundmale der Kreuzigung. Jesu alter Leib war im Prinzip also noch da, aber zugleich war er radikal umgewandelt, nämlich in einen herrlichen Leib, mit dem der Auferstandene seinen Platz im Himmel zur Rechten des Vaters einnehmen konnte.

Warum ist eine solche Verwandlung von Himmel und Erde, also der Schöpfung notwendig? Weil diese Schöpfung seit dem Fall Adams und Evas unter der Sünde und unter dem Fluch Gottes steht. Der Apostel Paulus spricht davon, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt (Röm. 8,22), weil auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit (Röm. 8,21). Das wird geschehen, wenn der alte Himmel und die alte Erde vergehen werden und die neue Schöpfung an ihre Stelle treten wird.

Petrus greift diesen Gedanken ebenfalls auf. Er schreibt: Wir erwarten aber nach [Gottes] Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt (2Petr. 3,13). In Offenbarung 21,1 heißt es an dieser Stelle: Der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Das ist hier natürlich symbolisch zu verstehen. Die Frage ist nicht, ob es in der neuen Schöpfung ein Meer geben wird oder nicht. Denn im letzten Buch, das sich selbst als Vision in Zeichen vorstellt (Offb. 1,1), steht das Meer als Bild für die Welt der Sünde. In Offenbarung 13 entsteigt dem Meer das Tier, das sich als der Antichrist zeigt, der Gottes Namen lästert und von den Völkern angebetet wird. Der Prophet Jesaja schreibt: Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer, das nicht ruhig sein kann (Jes. 57,20). Wenn es heißt, dass in der neuen Schöpfung kein Meer mehr sein wird, dann heißt das, dass es dort keine Gottlosigkeit mehr geben wird. Stattdessen wohnt dort nach den Worten des Apostels Petrus die Gerechtigkeit. Die Schöpfung ist also in vollkommenem Einklang mit dem Willen und dem Gesetz Gottes. Das ist der fundamentale Unterschied des neuen Himmels und der neuen Erde im Vergleich zu unserer jetzigen Welt. Adam im alten Garten Eden konnte in Sünde fallen, und er tat es, und er riss die gesamte Schöpfung mit sich in den Abgrund. Im neuen Himmel und auf der neuen Erde wird das nicht mehr möglich sein. In der neuen Schöpfung wird somit auch unsere Erlösung vollkommen sein. Wir werden nicht mehr, wie wir es jetzt noch von uns bekennen müssen, zu allem Bösen geneigt sein, sondern wir werden frei sein von jeder Sünde, von jeder Neigung und von jeder Verführung zur Sünde.

Dass es keine Sünde mehr geben wird, bringt mit sich, dass die Trennung zwischen dem Himmel als dem Wohnort Gottes und der Erde als Wohnort der Menschen aufgehoben sein wird. Die geistliche und die physische Welt werden vereint sein.

Heute leben wir noch mit der großen Kluft, die Adam und Eva aufrissen. Unsere Ureltern wurden aus Gottes Gegenwart vertrieben. Seitdem gibt es ein Oben und ein Unten: Oben ist der Himmel als der Thron Gottes, unten ist die Erde als sein Fußschemel. Der Sohn Gottes musste aus seiner Herrlichkeit vom Himmel herabsteigen, sich selbst entäußern und unter uns wohnen, um sein Heilswerk zu verrichten. Nun hat Christus durch sein Heilswerk für uns prinzipiell den großen Graben zwischen Erde und Himmel, zwischen uns und Gott überbrückt, indem er selbst die Tür und der Weg zum Vater geworden ist. In ihm haben wir im Glauben also wieder Zutritt zu Gottes Thron und können vor das Angesicht unseres himmlischen Vaters treten. Aber eben nur im Glauben. Endgültig wird die Trennung erst in der neuen Schöpfung aufgehoben sein, wie wir in Offenbarung 22,3 lesen: Und es wird kein Fluch mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen.

Das ist also unsere erste Hoffnung mit Blick auf den Himmel: Es wird eine neue Schöpfung geben, in der vollkommene Gerechtigkeit wohnt, in der es keine Sünde mehr gibt und in der wir für immer in der Gegenwart Gottes leben werden.

2. Unsere Hoffnung auf die herrliche Kirche

Als nächstes schildert uns Johannes in diesem Abschnitt eine neue Stadt: Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut (Offb. 21,2).

Was hat es mit diesem neuen Jerusalem auf sich? Ich weise sofort jede Deutung zurück, dass es sich hierbei um den heute bekannten Ort handelt. Es geht hier nicht um die Stadt Jerusalem im Staat Israel, sondern um ein „heiliges“, „neues“, ja ein völlig anderes Jerusalem. Wir haben hier nicht an einen Ort zu denken, sondern an ein Volk.

Auch eine andere Stadt, die in der Offenbarung genannt wird, nämlich Babylon, steht nicht für sich selbst, sondern als Symbol für eine bestimmte Gruppe von Menschen, in diesem Fall für die Feinde Gottes. Im Gegensatz dazu ist dieses neue Jerusalem die Gemeinschaft der Heiligen, der erlösten Kinder Gottes, die als ein Volk gesammelt werden, um mit ihrem Gott in vollkommener Gemeinschaft in der neuen Schöpfung zu leben. So wie Gott einst die Erde und den Garten Eden bereitete und dann Adam hineinsetzte, so bereitet er nun den neuen Himmel und die neue Erde, und führt anschließend sein Volk, das neue Jerusalem, hinein.

Dass es sich bei dem neuen Jerusalem ausschließlich um das Volk Gottes handeln kann, wird auch an der zweiten Umschreibung in diesem Vers deutlich. Die Stadt ist nämlich zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Ein paar Verse später wird die Braut als die Braut des Lammes bezeichnet. Das Lamm aber ist Christus, unser Passahlamm, das für uns geschlachtet worden ist. Die Braut Christi ist somit niemand anderes als die Kirche, sprich die Gemeinde, also das Volk Gottes (vergleiche auch Eph. 5,25).

Achten wir auf die Details, die hier über die Kirche gesagt werden. Erstens ist sie von Gott zubereitet und steigt aus dem Himmel herab. Gott selbst rüstet sein Volk durch sein Wort und seinen Geist zu, um in seiner Gemeinschaft zu leben. Diese Tatsache finden wir durch die gesamte Bibel hindurch bestätigt. Indem Gott sein Volk durch die Predigt des Evangeliums und durch seinen Geist sammelt und heiligt, bereitet er es hier und jetzt für die Herrlichkeit vor.

Dass die Kirche vom Himmel herabsteigt, deutet zweitens auf ihr ganz und gar geistliches Wesen hin. Sie ist Gottes Werk. Die Gemeinde Gottes ist nicht einfach eine irdische Vereinigung. Sie hat auch keine irdischen Aufgaben und ist auch nicht dazu da, um das Leben hier und jetzt erträglicher zu machen. Das Wesen und Werk der Gemeinde ist ein geistliches und himmlisches. Gottes Kinder sind durch das Evangelium berufen und durch den Heiligen Geist wiedergeboren – oder wie es in Johannes 3,3 wörtlich heißt: von oben geboren – und in ihrem Wandel nicht auf diese Erde, sondern auf ihre wahre Heimat im Himmel ausgerichtet.

Auch die dritte Tatsache, nämlich dass die Kirche als die Stadt Jerusalem bezeichnet wird, ist kein Zufall. Eine Stadt ist im Allgemeinen in der Heiligen Schrift ein fester, beständiger Wohnort, ein Ort der Sicherheit und des Wohlstandes. Damit bildete sie einen Gegensatz zum vorrangig nomadischen und eher einfachen Leben auf dem Land. Jerusalem selbst war im Alten Bund die Stadt Gottes, die mit ihrem Tempel die Verbindung zwischen Gott und seinem Volk anzeigte. Nach Jerusalem zog das Volk Israel hinauf. Das war der Ort ihrer Sehnsucht.

Was lernen wir daraus? Das verherrlichte Volk Gottes im Himmel wird wirklich ein Volk sein, eine Gemeinschaft. Es wird keine Ansammlung von Einzelpersonen und geistlichen Individualisten sein, sondern die vollkommene Gemeinschaft der Heiligen, aller Heiligen, mit ihrem Gott und eben auch miteinander. Was im antiken Jerusalem in schwacher und zerbrechlicher Form vorgeschattet war, wird im neuen Jerusalem zu höchster Vollkommenheit gebracht.

Nicht jedem mag die Vorstellung dieser ewigen Gemeinschaft mit allen unseren Geschwistern behagen. Aber bedenken wir: Das, was uns mitunter heute voreinander abschreckt, was uns voneinander trennt oder uns gar introvertiert macht, ist noch Folge unserer gebrochenen Natur, ist noch Teil des alten, des irdischen Jerusalems. Geschaffen ist der Mensch für Gemeinschaft, sowohl untereinander als auch mit seinem Gott. Im neuen, himmlischen Jerusalem wird dies endlich wieder verwirklicht sein.

Schließlich wird die Kirche viertens als eine für ihren Bräutigam geschmückte Braut geschildert. Die Kirche wird für Christus geschmückt, also verherrlicht sein. So wie uns an anderer Stelle in der Offenbarung Gott und das Lamm in all ihrer Herrlichkeit und Würde vorgestellt werden, so erhalten wir hier einen Eindruck von der Herrlichkeit der Braut des Lammes – unserer Herrlichkeit! Das erste, was Gott uns in diesem Kapitel zeigt, sind nicht die prachtvollen Mauern und Straßen des neuen Jerusalems, sondern die vollkommen erneuerte und verherrlichte Braut. Alles andere kommt danach. Wir sind das Ziel seiner Liebe, wir sind sein Augapfel, auf den er alle seine Fürsorge verwendet.

Welch eine Ermutigung ist diese Verheißung für uns, die wir noch hier auf der Erde leben und auf den Himmel hoffen! Die Gemeinde, die ihren Herrn treu bekennt, ist in der Welt klein und unbedeutend. Wir haben tagtäglich mit unseren Sünden zu kämpfen, und an uns haftet so viel Böses, Hässliches, Unattraktives. So erging es den sieben Gemeinden in Asia, an die dieses Schreiben ursprünglich gerichtet war. So erging es der Kirche durch alle Zeiten hindurch bis auf den heutigen Tag: Sie ist ein unscheinbarer, verachteter Überrest. Aber am Ende der Zeiten wird klar, dass in den Augen unseres Gottes alles ganz anders ist, wenn wir als seine herrlich geschmückte Braut offenbart werden.

Und darum hat diese Hoffnung auch Auswirkungen auf das Hier und Jetzt. Wie denken wir von der Gemeinde, der Kirche? Denken wir so hoch von ihr, wie Gott es tut? Die Gemeinde ist nicht bloß ein notwendiges Übel. Sie ist mehr als das Vehikel auf unserem ansonsten ganz privaten Weg in den Himmel. Wir können nicht Gott und Jesus Christus lieben und gleichzeitig seine Gemeinde verachten. Wer Gott liebt, muss auch seinen Nächsten lieben. Wer Christus liebt, muss auch seine Braut lieben, die er mit seinem Blut erkauft hat, die er sammelt, bewahrt und endlich verherrlicht.

3. Die Hoffnung auf die herrliche Gemeinschaft mit Gott

Nachdem wir die Hoffnung auf eine neue, herrliche Schöpfung (Offb. 21,1) und die Hoffnung auf eine neue Stadt, also eine herrliche Kirche (Offb. 21,2) beachtet haben, erhalten wir im Folgenden einen Einblick in eine neue, herrliche Gemeinschaft mit Gott: Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott (Offb. 21,3).

Es ist vielsagend, dass die Aussage bei ihnen in diesem Vers gleich dreimal vorkommt: Gott wird bei den Menschen sein. Heute steht der Thron Gottes im Himmel und unser Zuhause ist hier auf der Erde. Es gibt eine gewisse Verbindung, indem wir in der Person unseres Stellvertreters Christus im Himmel sind und Gott uns seinen Heiligen Geist gesandt hat. Aber nun wird etwas Neues offenbar: Gottes Haus wird unser Haus sein. Gott wird nicht nur geistlich, sondern tatsächlich bei uns sein, unter uns wohnen. Wir werden ihn nicht länger nur im Glauben sehen, sondern von Angesicht zu Angesicht. Die Gemeinschaft, die Adam und Eva im Abendwind in Eden mit Gott hatten, wird auf herrliche Weise erneuert, aber dieses Mal dauerhaft.

Das ist der eine Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel zieht. Die gesamte Heilige Schrift ist letztlich auf dieses große Ziel ausgerichtet. In diesem Vers finden wir die große Bundesverheißung Gottes wieder: Sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Von der Verheißung an Adam und Eva, über den Bundesschluss mit Abraham, Mose und das Zelt der Begegnung und schließlich das Kommen Gottes im Fleisch – hier ist all das vollendet. Es bedarf keines Mittlers mehr, keiner Opfer, keiner Reinigungsrituale, keines Vorhangs. Es wird keine Sünde geben, keine Reue, keine Tränen, keinen Tod. Das Zelt Gottes ist endgültig und für immer bei den Menschen.

Das ist unsere Hoffnung als Volk Gottes, und danach strecken wir uns im Glauben aus. Ohne alles Trennende in Gottes Gegenwart und Gemeinschaft zu sein – das verstehen wir unter Himmel. Unsere Hoffnung auf den Himmel liegt nicht darin, dass wir im Himmel angeblich alles im Überfluss vorfinden, was uns hier auf der Erde mangelt und Vergnügen bereiten würde, und dass alles verschwunden ist, worüber wir hier klagen. Unsere Hoffnung ist vielmehr, dass in der neuen Schöpfung Gott selbst bei uns sein wird und wir als seine verherrlichte Kirche ihn für immer loben und rühmen dürfen.

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