Der Blick auf die nächste Generation: Lektionen vom Übergang auf die nächste Generation am Beispiel Josuas

 

Der Generationenbruch

Es kommt die Stunde der Wahrheit für jede neue Generation, der Moment, in dem das Außerordentliche vorbei ist und das ordentliche Leben anfängt. Das war auch zur Zeit Josuas so.

Nachdem die Landnahme beendet war, wurde jeder in sein Erbteil entlassen. Die Israeliten gingen in ihren Alltag. Jetzt kam zum Tragen, was Mose vor der Überquerung des Jordan dem Volk nochmals eindringlich zugerufen hatte: Ich nehme heute Himmel und Erde gegen euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben (5Mos. 30,19).

Im Buch der Richter wird genau Buch darüber geführt, was sich dann ereignete. (Siehe Ri. 2,6ff.) Solange Josua und die Generation, die die großen Werke des Herrn miterlebt hatten, am Ruder waren, lebte das Volk im Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes. Die neue Generation, die danach die Schlüsselpositionen besetzte, konnte nicht mehr persönlich auf dieses Erleben zurückgreifen. Weil sie sich nicht am Gesetz orientierte, nahm sie Maß an ihrer Umgebung. Die Israeliten folgten anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die um sie herum wohnten (Ri. 2,12).

Keine Generation kann von der Vergangenheit alleine leben. Sie muss sich erneut an Gottes Gesetz ausrichten. Was begründete den Erfolg Josuas? Wir leiten aus seinem Leben drei Lektionen für den Generationenübergang ab:

  1. Josua orientierte sich an der geistlichen Vision des Mose. In der gleichen Weise brauchen wir heute eine geistliche Sicht für unsere Familie.
  2. Josua hatte in Mose einen geistlichen Vater. In der gleichen Weise benötigen wir geistliche Väter und Mütter – und sollen selbst wieder zu geistlichen Vätern und Müttern werden.
  3. Josua hatte einen realistischen Blick auf die Feinde. Gleicherweise ist es für uns nötig, unsere Feinde im Auge zu behalten, wenn wir nicht von ihnen überwältigt werden wollen.

1. Eine geistliche Sicht für unsere Familie entwickeln

In seiner Abschiedsrede vor den Verantwortlichen Israels rief Josua zur Treue gegenüber dem Herrn auf. Er präsentierte ihnen zwei Alternativen: Gottesdienst oder Götzendienst. Für sein eigenes Haus hatte er die Entscheidung getroffen: Wenn es euch aber nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stromes gedient haben, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen! (Jos. 24,15).

Was hatte Josua wohl vor Augen, wenn er davon sprach, Gott zu dienen? Ich gehe davon aus, dass er sich an der geistlichen Sicht des Mose orientierte, die jener noch vor der Landnahme dem Volk präsentiert hatte (5.Mos. 6).1

Im fünften Buch Mose wird das Gesetz im Hinblick auf die Landnahme ausgelegt. In Kapitel 5 werden die Zehn Gebote wiederholt, die dann bis ins 26. Kapitel detailliert besprochen und angewendet werden. Bevor jedoch Mose mit der Auslegung der Gebote beginnt, entwirft er eine Sicht, wie diese Gebote in den Familien beachtet und gelebt werden sollen. Worin sollte die Liebe zu Gott und zum Nächsten zum Ausdruck kommen? Antwort: Durch das Halten seiner Gebote! Zuerst erschallt der berühmte Ausruf: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft (5Mos. 6,5). Im Anschluss daran erfahren wir, wie das erfolgen soll.

Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen (5Mos. 6,6). Eltern begehen viele Fehler gegenüber ihren Kindern, weil sie Sünder sind. Doch das Zentrale ist, ob unsere Kinder merken, dass wir Gottes Worte auf unserem Herzen tragen. Haben Sie schon einmal einen Mann beobachtet, der den Gedanken mit sich herumträgt, ein neues Auto zu erwerben? Die Hefte liegen auf Nacht- und Schreibtisch; er besucht Ausstellungen; er fachsimpelt mit seinen Freunden darüber. Alle merken: Der neue Wagen ist „sein Projekt“. Genau so soll es in unseren Familien sein. Merken unsere Kinder – hierin schließe ich auch Enkelkinder sowie geistliche Kinder ein -, dass Gottes Wort an vorderster Stelle steht?

Mose fordert dann auf: Du sollst ihnen diese Worte einschärfen (5Mos. 6,7). Gottes Wort soll uns scharfmachen, so wie man ein Messer schärft. Auf keinen Fall sollen wir seine Wirkung abmildern. Gottes Worte in konkrete Situationen hinein anzuwenden, ist kraftvoll! Ich könnte mir vorstellen, dass Sie jetzt denken: Das hört sich sehr rigide und kontrollierend an. Bedenken Sie jedoch: Wenn ich Gottes Worte auf meinem Herzen trage, wenn Gottes Gedanken meine Schaltzentrale beeinflussen – mein Denken, Fühlen und Wollen -, dann werde ich immer wieder auch davon sprechen. Ich tue dies, weil ich den Geber dieser Worte liebe. Merken Sie, dass hier kein kontrollierender Geist, sondern Leidenschaft für den Sprechenden durchschimmert?

Wir sollen, so fährt der Abschnitt fort, dauernd von Gottes Gesetz reden, ja, es soll mit unserem ganzen Leben verknüpft werden. Dazu gehören geplante Anlässe wie Familienandachten, aber auch und gerade die ungeplanten Ereignisse. Wie viele Gelegenheiten bieten sich dafür an: Feste, Geburtstage, Schulanfang und -abschluss, Konflikte, Krankheit, Verlusterfahrungen, Gebetserhörungen, Momente der Dankbarkeit, Mahlzeiten, Autofahrten und Spaziergänge. Wir sollen die Worte des Gesetzes an unsere Tore schreiben, als Erinnerungszeichen über unseren Augen tragen und sie auf unsere Hand binden. Das heißt: Gottes Wort soll in unserem gesamten Familienleben sichtbar werden. Es soll unsere Sichtweise und unser Handeln prägen.

Meistens brechen wir die Lektüre an dieser Stelle ab. Es folgt jedoch ein wichtiger Nachsatz. Was hält uns am meisten ab, das Gesetz zu verkündigen und zu leben? Es ist der Wohlstand. Er lässt uns so schnell den Geber aller guten Gaben vergessen! Wenn du isst und satt geworden bist, so hüte dich davor, den Herrn zu vergessen (5Mos. 6,11.12). Der größte Dämpfer für diese geistliche Sichtweise ist die Konkurrenz durch viele alternative Angebote. Sie präsentieren sich unverfänglich in Form von Fernsehprogrammen, Computerspielen, Ausflügen, Festen, Kinoabenden oder einfach stundenlangen Chats. Die vielen Möglichkeiten unserer Freizeitgesellschaft „müllen“ uns zu, sodass wir die geistliche Sicht für unsere Familien aus den Augen verlieren.

Wie sollen wir im Hinblick auf die nächste Generation vorsorgen? Gottes Wort soll im Lebensvollzug unserer Familien im Vordergrund stehen. Lassen Sie mich diesen Punkt mit einigen Hinweisen für die Familienandacht ergänzen. Andachten sind formelle Anlässe, in der Familie Gottes Wort zu studieren.2

– Egal, wann du sie ansetzt, es ist immer die falsche Zeit. Rechne damit, dass du um diese Zeiten ringen musst!

– Sprich regelmäßig mit deinem Ehepartner und deinen geistlichen Bezugspersonen über die Andachten. Bete mit ihnen um Segen für diese Zeiten!

– Es gibt Tage, da geht die Andacht unter, zum Beispiel, weil du nicht zu Hause bist. Gib nicht auf, und setze sie am nächsten Tag fort!

– Wenn du selbst nicht von Gott versorgt bist, wird es die Familie bald feststellen.

– Ich selbst kopple körperliche und geistliche Versorgung. Ich halte die Andachten gerne vor, während und nach den Mahlzeiten.

– Das eine Kind meldet sich immer zuerst, die anderen wollen aber ebenfalls gefragt und berücksichtigt werden.

– Lass dir die Botschaften des Vortages von den Kindern nacherzählen. Ich beginne jeweils mit den Jüngeren, die Älteren ergänzen und bekommen andere Fragen von mir.

– Es ist leicht, die Ohren zu verschließen und nichts mitzubekommen. Sprich das Kind an, wenn du den Eindruck bekommst, dass es die Inhalte an sich vorbeirauschen lässt.

– Variiere die Inhalte: Ich lasse Bibelverse und kurze Bibeltexte auswendig lernen, gehe den Kinderkatechismus durch oder verfolge über mehrere Wochen ein Bibelbuch aus dem Alten oder Neuen Testament. Manchmal nehme ich nur einen einzigen Satz (zum Beispiel aus dem Buch der Sprüche), um eine Wahrheit darzulegen.

– Ich habe das Vorrecht, an drei bis vier Tagen in der Woche bei allen Mahlzeiten anwesend zu sein. Das bietet mir die Gelegenheit zu mehreren kurzen Inputsequenzen. Optimal ist es natürlich, wenn du im Alltag in der Umsetzung die Botschaften festigen kannst.

– Vertraue darauf, dass Gottes Wort Kraft hat, dein Leben und das deiner Familie zu verändern! Freue dich über gewonnene Einsichten und Schätze!

2. Bei geistlichen Vätern und Müttern lernen und selbst so werden

Seit Beginn seines 40-jährigen Dienstes hatte Mose einen treuen Begleiter: Josua. In dieser langen Zeit nahm Mose ihn mit. Immer wieder taucht sein Name in den Berichten der Wüstenwanderung auf.

  1. Es erstaunt, dass Mose seinem Diener Josua bereits zu Beginn der Wüstenreise die operative Führung im Kampf gegen Amalek übertrug (2Mos. 17). Mose traute seinem Schutzbefohlenen einiges zu!
  2. Josua begleitete Mose auch durch manche Krisen. So lesen wir etwa von der großen Krise am Horeb, als unmittelbar nach der Verkündigung des Gesetzes Gottes Volk seine Gebote brach, dass Josua mit Gott redete (2Mos. 33,11). Er reifte durch diese Krisenmomente und entwickelte Unterscheidungsvermögen.
  3. Josua erlebte das häufige Murren des Volkes mit. Als Gott 70 Älteste zur Führungsunterstützung für Mose berief, kamen einige dem Befehl Moses‘ nicht nach. Sie blieben zurück und prophezeiten im Lager. Josua wollte ihnen wehren, doch Mose meinte, es solle doch ruhig das ganze Volk prophezeien (4Mos. 11,29). Mose weitete immer wieder den Blick seines Dieners.
  4. Josua bestand einen wichtigen Gehorsamstest, als er als Kundschafter des Landes Kanaan ausgesandt worden war. Nur Kaleb und er vertrauten trotz der übermächtigen Bedrohlichkeit des Feindes zuversichtlich den Zusagen Gottes (4Mos. 14).
  5. Der gereifte Führer Josua wurde rechtzeitig von seinem Mentor Mose in die Nachfolge berufen (4Mos. 27,18ff). In einem öffentlichen Akt vor Gott und dem Volk ging die Vollmacht des Mose auf Josua über.

Was lernen wir aus diesen Begebenheiten? Wir brauchen geistliche Väter und Mütter, Menschen, die uns Verantwortung überlassen, uns an Krisen Anteil nehmen lassen, unseren geistlichen Blick weiten, unseren Gehorsam testen und uns in unsere Bestimmung vor Gott einführen.

Die Imperative der Konsumgesellschaft stehen dazu in schroffem Gegensatz. Wir lehren unsere Kinder und Enkelkinder eher, dass wir alles dafür tun, damit sie ungestört bleiben können und rundum versorgt sind. Damit stellen wir uns in einen falschen Dienst an der nächsten Generation. Wir räumen ihnen die Hindernisse aus dem Weg, an denen sie hätten wachsen sollen. Wir lachen über Mütter, die ihren Söhnen den Fahrplan herausschreiben und sie an die Informationsveranstaltung der Universität begleiten. Wir schmunzeln über Väter, die für ihre Kinder eine Lehrstelle erkämpfen wollen. Das Malheur geschah aber schon viel früher: Noch als sie Kinder waren, meinte man, ihnen jedes noch so kleine Hindernis aus dem Weg räumen zu müssen. Sie mussten nie für die Familie einkaufen, kochen, waschen, die Toilette reinigen, für Tiere und Garten sorgen, den Nachbarn den Garten jäten oder alten Menschen etwas vorlesen.

Beachten wir, was das entscheidende Moment im Übergang der Führung von Mose zu Josua war. Es ging nicht darum, dass Josua eigene Führungsgrundsätze abfasste oder einen detaillierten Schlachtplan aufstellte. (Das wären zweifellos auch wichtige Dinge gewesen.) Aber es ging zuerst darum, dass Josua dem Gesetz, das Gott dem Mose gegeben hatte, gehorsam war.

Der Refrain, so wie Gott Mose geboten hatte, hallt durch das gesamte Buch. Er bildet den Grundstein für das Gelingen im Leben und Dienst Josuas. Hinter seinen Siegen steht die Aufforderung Gottes: Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln! (Jos. 1,8).

Der Schlüssel für ein siegreiches Leben ist und bleibt die tägliche Orientierung und Ausrichtung an Gottes Gesetz. Es ist die wichtigste Vorbereitung auf den Kampf. Genau diese Botschaft gab Josua am Schluss seines Lebens den Führern seines Volkes weiter: So haltet nun fest daran, alles zu befolgen und zu tun, was im Buch des Gesetzes Moses geschrieben steht, dass ihr nicht davon abweicht, weder zur Rechten noch zur Linken… [Dem Herrn, eurem Gott] sollt ihr anhängen, wie ihr es getan habt bis zu diesem Tag. … Habt gut acht auf eure Seelen, dass ihr den Herrn, euren Gott, liebhabt! (Jos. 23,6.8.11).

Beachten wir bitte den Zusammenhang: Auch für die nächste Generation wird die Treue gegenüber Gottes Anordnungen von entscheidender Bedeutung sein.3 Gottes Volk sollte am Gesetz hängen (wörtlich: kleben). Es ging um Loyalität. Verstand, Wille und Gefühle verbinden sich in diesem Anliegen. In der Gesetzestreue zeigte sich die Liebe gegenüber dem Geber der Gebote.

3. Die Feinde im Blick behalten

Josua vergaß auch nicht, das Volk eindringlich auf seine Feinde aufmerksam zu machen. Er blickt zurück in die Geschichte der Anfänge Israels und beginnt mit Abraham. Bereits die Väter hatten jenseits des Stromes den Göttern gedient (Jos. 24,15). Der Götzendienst hatte während der gesamten Geschichte nie aufgehört und dauerte offenbar auch in der Gegenwart an: So tut nun die fremden Götter hinweg von euch, die in eurer Mitte sind, und neigt euer Herz zu dem Herrn, dem Gott Israels! (Jos. 24,23). Der greise Führer warnt: Ihr könnt dem Herrn nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifersüchtiger Gott, der eure Übertretungen und Sünden nicht dulden wird. Wenn ihr den Herrn verlasst und fremden Göttern dient, so wird er sich von euch abwenden und euch Schlimmes antun und euch aufreiben, nachdem er euch Gutes getan hat (Jos. 24,19.20).

Leider schlug das Volk genau diese Warnung in den Wind. Die Gefahr lauerte bereits in ihrer Mitte. In welcher Form? Sie hatten es verpasst, die Völker im eigenen Gebiet ganz auszutreiben. Dies geschah aus Furchtsamkeit und aus Nachlässigkeit (siehe Ri. 1). Weil sie die Feinde in ihrer Mitte bestehen ließen, bekamen diese bald Oberhand. Josua sagte voraus, dass sie

  • ihnen zum Fallstrick werden,
  • sich in den besten Gegenden des Landes ausbreiten,
  • mit besseren Waffen ausgerüstet sein werden,
  • das Volk ausbeuten werden.
  • Im Blick auf die nächste Generation bleibt es von zentraler Bedeutung, dass wir unsere Feinde im Blick behalten. Sie sind wie damals
  • an zentralen Orten unseres Lebens präsent,
  • vermehren sich,
  • drängen geistliches Leben zurück,
  • erwecken Furcht,
  • wären besiegbar gewesen.

Welche Feinde treffen heute auf dieses „Profil“ zu? Im Hinblick auf uns Männer nenne ich drei:

  1. Pornografie: Mit wenigen Klicks gewähren wir Zugang zu unserem Innersten. Die Bilder brennen sich in unsere Gedanken ein. Sie entfremden uns unseren Frauen. Sie rauben uns geistliche Kraft. Sie versklaven die nächste Generation, weil solche Gewohnheiten – auch ohne Worte – weitergehen.
  2. Zuschauersport: Wir stehen in der Gefahr, ein Leben als Zuschauer zu führen. Wir flüchten uns in die Passivität. Es ist Lebenszeit, die uns dadurch fehlt. Der Zuschauersport absorbiert unsere Gedanken und raubt uns Aufmerksamkeit für die Kommunikation in der Familie. Oft kombinieren wir einen solchen Lebensstil mit
  3. Völlerei und Alkohol: Nicht nur ist übermäßiges Essen und Trinken unweise (vergleiche Spr. 23,29-35). Paulus beschreibt es als Merkmal des heidnischen Lebensstils (vergleiche Eph. 4,17-19; 5,18). Ein solches Leben bindet unsere Aufmerksamkeit. Es reduziert unsere Vitalität und Schaffenskraft. Es betäubt unseren Schmerz und verhindert damit Ursachenforschung. Es geht oft mit Verlust der Selbstkontrolle einher und bindet uns an Gewohnheiten, die wir der nächsten Generation weitervermitteln.

Drei Wachstumszonen

Ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen geistlichen Aufbruch in unseren Reihen zu erleben. Ich habe anhand von Josuas Leben drei Wachstumszonen geortet:

Erstens müssen wir dringend eine geistliche Sicht für unser Familienleben entwickeln. Ich erlebe in den meisten Familien eine säuberliche Trennung zwischen einerseits geistlichem Leben (innerliche Angelegenheit, die nur in Übergangsmomenten äußerlich zum Vorschein kommt) und andererseits Alltag. Mose skizzierte eine ganz andere Sicht: Gottes Wort soll im Lebensvollzug an vorderster Stelle stehen.

Zweitens brauchen wir unbedingt geistliche Väter und Mütter. Wo sind die erfahrenen Christen, die jüngere an die Hand nehmen und sie wohlwollend und mit geistlichem Weitblick begleiten? Ein riesiges, zutiefst befriedigendes Tätigkeitsfeld tut sich da auf.

Drittens dürfen wir nie die Feinde aus dem Blick verlieren, die sich in unserer Mitte einnisten wollen. Wir verfügen über göttliche Kraft, um sie zu besiegen. Wenn wir sie jedoch gewähren lassen, nehmen sie immer größeren Raum ein und rauben uns geistliche Kraft.

Denken Sie nicht, das sei nur etwas für ältere Menschen! Im Gegenteil: Wie ich als Vater, Großvater, als leibliche oder geistliche Mutter leben werde, entscheidet sich heute. Denn wie ich heute lebe und was ich morgen säe, bestimmt das, was ich übermorgen ernte.


1) Vergleiche Jürgen-Burkhard Klautke, Unser Erziehungsauftrag nach 5.Mose 6,4-15. In: Bekennenden Kirche, Nr. 60, März 2015. S. 23-29.
2) Siehe ausführlicher: Hanniel Strebel. Wie gestalte ich Familienandachten? Das Mandat an den Vater. In: Bibel & Gemeinde 2013/4. S. 9-16.
3) Das setzt sich durch Israels Geschichte fort. Bei den Berichten über die Könige Israels war ein Kriterium entscheidend: Tat er das, was recht war in den Augen des Herrn? Es ging nicht in erster Linie um Eroberungen und Bauwerke.
-->