In eigener Sache

Sowohl die Herausgabe der Zeitschrift, als auch diese Onlinepräsenz wird ausschließlich durch Spenden interessierter Leser finanziert.

Wir bitten Sie deshalb um Ihre Unterstützung.

weitere Informationen

Was die Propheten verkündigten und erforschten

Im folgenden Artikel untersucht der Verfasser die Frage, wie die Menschen des Alten Bundes, also vor dem Kommen Christi, aber auch wie wir zur rechten Erkenntnis dessen gelangen, was vor 2000 Jahren in Bethlehem geschah.

Heutzutage ist es für einen Christen, der dem Wort Gottes glaubt, völlig klar, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, aus dem Himmel auf die Erde kam, um Dir und mir Heiland, Retter zu sein. Für solche Menschen ist Weihnachten ein Feiertag. Sie freuen sich, dass der Sohn Gottes in die Welt gekommen ist, um sie zu erretten. Andere freuen sich wohl auch, wenn auch nur über die bevorstehenden freien Tage. Allerdings übersehen sie dabei, dass Familienfeiern nicht selten mehr Stress bedeuten können als zur Arbeit zu gehen.

Aber zurück zum Kommen Christi zu unserem Heil. Das, was ich anfangs als „völlig klar“ bezeichnet habe, also die Aussage, Christus ist gekommen, um uns zu retten, war für viele Menschen lange Zeit keineswegs so deutlich. Die Menschen, die vor dem Kommen Christi lebten, konnten die Wahrheit über ihre Errettung durch das Werk Christi keineswegs so ohne weiteres erkennen.

Auf diesen Sachverhalt weist der Apostel Petrus in seinem ersten Brief hin: „Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteil gewordenen Gnade geweissagt haben. Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte. Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde — Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.“ (1Petr. 1,10–12).

Wie mühevoll muss es für unsere Vorväter gewesen sein, Jesus zu kennen und damit ihren Erretter.

Einerseits empfingen die Propheten gewaltige Offenbarungen und hatten hohe Erkenntnisse. Andererseits waren sie Forscher, die wachsam und begierig in Erfahrung zu bringen suchten, wie sich das mit der Errettung in Christus verhält und wann er kommen werde. Es war der Geist Christi, der in ihnen wirkte und ihnen sowohl die Herrschaft Christi (Jes. 11) als auch seine Leiden enthüllte (Ps. 22; Jes. 53). Und doch: Bei allem Forschen schien es den Propheten undeutlich zu bleiben, wie zum Beispiel die Offenbarungen über die Herrschaft Christi mit denen über seine Leiden zu vereinbaren seien. Erst als Jesus auf die Erde kam, und der Vater in seinem Wohlgefallen Menschen erwählte, seinen Sohn zu erkennen, wurde es anders (Mt. 11,25–27).

Offensichtlich war es zu allen Zeiten einzig und allein der Heilige Geist, der den Menschen Jesus als den Sohn Gottes enthüllte. Ausschließlich der Heilige Geist war und ist es, der uns erkennen lässt, was vor 2000 Jahren im Stall in Bethlehem geschah. Es ist niemand anderes als der Heilige Geist, der in Wahrheit die Antwort auf die Frage gibt, wie es sich mit dem Kommen des Messias verhält und wer das dort in der Krippe liegende Kind ist. Aus diesem Blickwinkel wird man – recht verstanden – sagen können: Der Heilige Geist ist der „Weihnachtsgeist“.

Dabei arbeitet der Heilige Geist stets auf der Grundlage dessen, was Gott in seinem Wort offenbart hat. Aus diesem Grund forschten die Propheten. Das heißt, sie untersuchten das, was ihnen geoffenbart worden war.

Was heißt das für unsere Verkündigung, nicht zuletzt für die Verkündigung zu Weihnachten? Wahre, Leben vermittelnde Predigt zeichnet sich dadurch aus, dass der Verkündiger Christus so klar in den Mittelpunkt stellt, dass der Jubel über ihn bis in den Himmel reicht. Dann ist er von dem Geist erfüllt, der seit jeher das Ziel hatte, Christus zu offenbaren.

Das ist weder theoretisch gemeint noch abstrakt–idealistisch, sondern ganz praktisch. Weihnachten, an dem sich alle in eine fröhliche Stimmung versetzen (lassen) ohne dass erkannt wird, dass unser Heiland gekommen ist, ist gedankenleere Lächerlichkeit. Erst wenn wir erkennen, was in der Fleischwerdung des Sohnes Gottes geschehen ist und wir diesem Sohn trauen, ist es überhaupt angebracht, Weihnachten zu feiern. Das aber ist das Wirken des uns geschenkten Heiligen Geistes.

Für unsere Bekennenden Gemeinden wünsche ich allen Predigern Mut in der Verkündigung, so dass sie Jesus Christus als einzigen Retter in Freimütigkeit verkündigen. Wenn Christus im Mittelpunkt steht, dann wird klar, dass wir nicht auf Menschen ausgerichtet sind, nicht auf uns selbst und auch nicht von den Erwartungen unserer Zuhörer abhängen.

Um nicht missverstanden zu werden: Selbstverständlich achtet jeder Verkündiger auf seine Zuhörer. Aber er darf sich durch an ihn (unbewusst) herangetragene Wünsche nicht vom Zentrum abbringen lassen, dass Jesus Christus gekommen ist, um uns von unseren Sünden zu erretten.

Der Apostel Petrus formuliert das im Blick auf die Propheten folgendermaßen: „Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten“. Verkündigungsdienst ist und bleibt ein Dienst an den anderen!
Dabei aber bleibt unser Blick auf den gerichtet, der der einzige und alleinige Retter für Sünder ist, also für solche Menschen wie dich und mich: Christus.

Bereits auf den ersten Blättern der Heiligen Schrift wird Christus angekündigt (1Mos. 3,15). Diese Verheißung war noch recht undeutlich. Aber der Heilige Geist schärfte im Lauf der Offenbarungsgeschichte den Blick immer mehr. Abraham erfasste, dass Gott von den Toten aufzuerwecken vermag! Der Erzvater starb, ohne je eine Totenauferstehung miterlebt zu haben. Aber im Vertrauen auf den Gott, der lebendig macht, schwankte er nicht (Hebr. 11,17–19). Vielmehr setzte er seine Hoffnung auf die himmlische Stadt, die Gott erbaut hat (Hebr. 11,14–16). Jakob freute sich auf seinen „Schilo“ (1Mos. 49,10), den Erlöser, dem er selbst im Tod noch vertraute. Hiob wusste und hielt daran fest, dass sein Erlöser lebt (Hiob 19,25). David beschrieb den Messias als seinen Herrn (Ps. 110)! Jesaja enthüllte uns den leidenden Messias, aber auch den herrlichen, den herrschenden, der nicht nur König der Juden, sondern auch Herrscher über die Heiden werden soll. Sein unverdientes Leiden und seine Treue leuchten bei ihm besonders auf!

Eines eint all diese Männer: Sie hofften und glaubten an einen Erlöser, der kommen werde. Sie wussten nicht, wann genau es soweit sein werde. Aber allen war klar, dass es passieren muss. Dass es ohne die Erlösung durch den Einen für niemanden eine Hoffnung gibt.

Deshalb entspricht ihre Verkündigung im Kern der Weihnachtsbotschaft: Jesus ist gekommen, wie es verheißen worden ist! Er wurde im Alten Testament in ca. 3.000 Hinweisen angekündigt, Stück für Stück, immer mehr. Im Rückblick ist es deutlich. So dürfen wir erkennen, dass Jesus Christus der wahre Messias ist, der seinen Kindern Frieden bringt (Luk. 2,14). Sind wir uns dieses Vorrechts bewusst? Ist uns klar, dass wir Königskinder sind, denen der König durch seinen Geist die Schatzkammern geöffnet hat?

×