Artikel zu: Jesus Christus

„Kein Platz für ihn“

Wortverkündigung zu Lukas 2,7:

Die Abenddämmerung war angebrochen. Die Schatten wurden länger.

Schweigend legte sich das Zwielicht über Stadt und Umland von Bethlehem. Noch war die Farbenpracht der Landschaft nicht völlig verblasst, doch nach und nach wurden das tiefe Blau des Himmels über Palästina, das kräftige Grün der Ölbäume und der sanftere Ton der Mandelsträucher von der aufkommenden Dämmerung verschluckt und zerflossen zu abendlichem Grau. Selbst zu dieser späten Jahreszeit – es war Winter im Verheißenen Land – boten die üppigen Felder, die weinbedeckten Hügel und die Terrassengärten, die die Stadt Davids umgaben, einen prachtvollen Anblick.

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Wortverkündigung: Johannes 8,43.44

„Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, das wollt ihr tun.“

Johannes 8,43.44

Jesus sprach diese Worte während einer scharfen Auseinandersetzung mit den Juden. Bei diesem Wortwechsel ging es dem Sohn Gottes um das Verstehen seiner Worte. Wenn Theologen das Verstehen des Wortes Gottes thematisieren, sprechen sie häufig von „Hermeneutik“.

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„Lazarus, komm heraus!“

Wortverkündigung zu Johannes 11,43

Einleitung

Unser heutiges Schriftwort und das gesamte 11. Kapitel des Johannesevangeliums gehören sicher zu den bekanntesten Abschnitten der Heiligen Schrift. Das ist nicht überraschend, denn die Wunder, die Jesus während seines irdischen Dienstes tat, ziehen naturgemäß großes Interesse auf sich. Und unter all diesen Wundern nimmt die Auferweckung des Lazarus einen sehr prominenten Platz ein. Warum, so fragen wir, ist das so? Warum bleibt selbst Menschen, die mit Jesus Christus nicht viel im Sinn haben, die aber zumindest schon einmal von ihm gehört haben, vor allem dies in Erinnerung: dass er viele Wunder tat oder getan haben soll? Ist es die menschliche Neugier, die Lust am Ungewöhnlichen, an Sensationen? Möglicherweise. Aber das sollen nicht die Motive sein, die uns beim Hören dieser Wunder und überhaupt aller biblischen Berichte leiten.

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Die Seelsorgemethodik des wunderbaren Ratgebers

Wir benötigen dringend eine Reformation in der Seelsorge

In welchem Bereich des Glaubens und Lebens benötigt die Gemeinde, der Leib Christi, am dringendsten eine Reformation? Jedes Jahrhundert hat seine besonderen Kämpfe. Der Teufel greift die Gemeinde Gottes nicht immer in der gleichen Weise an. Nicht in jeder Epoche sieht es gleich aus, zur Wahrheit der Heiligen Schrift treu zu stehen.

Von der Zeit der Apostel bis zum 5. Jahrhundert rang die Kirche mit dem Thema der Dreieinigkeit: Es gibt nur einen Gott. Das war klar. Aber wer ist dann Jesus? Wie soll man den Heiligen Geist verstehen?

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Die Urverheißung und das Warten auf Christus

Schon auf den ersten Seiten der Bibel finden wir einen der zentralsten Verse der gesamten Heiligen Schrift. In einer hochbrisanten historischen Situation ergeht aus dem Mund Gottes ein Gerichts- und Verheißungswort, das die Richtung der gesamten Heilsgeschichte bestimmt. Es handelt sich um den Vers 1Mose 3,15: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“

Im Folgenden geht es darum, den historischen Hintergrund und die Bedeutung dieses Wortes nachzuzeichnen.

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Christus ist uns zur Gerechtigkeit gemacht

Die Lehre von der Zurechnung der Gerechtigkeit Christi beantwortet die Frage, auf welche Weise Gott uns annimmt, um Teilhaber seines Reiches zu sein. Sie beantwortet die Frage: Wie kann Gott gerecht sein und dennoch Sünder annehmen?

Es geht hierbei um die biblische Lehre, die besagt, dass Gott Menschen, anstatt ihnen ihre Sünde anzurechnen und sie entsprechend zu bestrafen, ihnen die Gerechtigkeit Christi anrechnet, sie also entsprechend dieser fremden Gerechtigkeit behandelt.

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Wortverkündigung: Johannes 19,30

„Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30)

Der Ruf des Siegers

Es ist vollbracht!“ So lautet das vorletzte der sieben Worte, die uns aus dem Mund unseres gekreuzigten Heilands überliefert sind. Unmittelbar danach neigte der Herr sein Haupt und übergab den Geist. Der Evangelist Lukas berichtet, dass er dabei mit lauter Stimme rief: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ (Luk. 23,46).

Der Ausruf „Es ist vollbracht!“ besagt, dass die aufgetragene Aufgabe fertiggestellt worden ist. Jesu Tod am Schandpfahl meint also nicht, dass hier jemand gescheitert ist. Vielmehr brachte der Sohn Gottes seinen Auftrag zum Abschluss.

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Um Jesu willen, Amen! – Die Sünde von Nadab und Abihu

Das Thema dieser Predigt lautet: Um Jesu willen, Amen. Den meisten von uns sind diese Worte bekannt. Wir verwenden sie gelegentlich selbst am Ende unserer Gebete. Nachdem wir Gott für das Essen gedankt oder für Bewahrung in der Nacht gebetet haben, schließen wir unsere Gebete mit den Worten ab: um Jesu willen, oder: in Jesu Namen, Amen. Zugegeben: Das ist ein seltsamer Titel für eine Predigt. Ich erläutere später, warum diese Predigt so überschrieben ist.

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Jesus Christus offenbart den Namen Gottes

Anmerkungen zu Johannes 17,6–11

Einleitung

Das 17. Kapitel des Johannesevangeliums wird gemeinhin als das Hohepriesterliche Gebet bezeichnet. Der Grund liegt darin, dass Jesus Christus hier als Haupt und Mittler seiner Gemeinde vor Gott für die Seinen eintritt. Er tritt als ihr Hohepriester im Gebet vor Gott, um ihm einerseits ihre Belange aufzutragen, ihn aber andererseits auch in ihrem Namen anzubeten.

Ein Gebet ist mehr als nur das Weiterleiten einer Wunschliste. Gewiss ist das Bitten ein zentraler Bestandteil eines Gebets zu Gott. Das verrät schon das Wort selbst. Aber zu einem Gebet gehört auch die Anbetung Gottes. Das Gebet muss einen Grund haben. Indem wir Gott loben, indem wir sein Wesen und seine Taten bekennen, legen wir das Fundament für unsere Bitten. Erst wenn wir wissen, wer Gott ist, was er tut und was wir von ihm zu erwarten haben, können wir ihn auch um etwas bitten. Unsere Bitten gründen sich also auf das, was wir von Gott glauben.

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Wortverkündung: Johannes 1, 11-12

Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

Johannes 1,11.12

Das Kommen Christi zieht Grenzen

Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit erinnern wir uns daran, dass der Sohn Gottes in diese Welt kam. Er kam in „sein Eigentum„, so heißt es in dem oben zitierten Wort. Doch anders als wir es möglicherweise vermuten, fährt dieser Vers nicht damit fort, dass er nun eine allgemeine Harmonie verkündet. Vielmehr lesen wir die erschreckende Aussage: „Die Seinen nahmen ihn nicht auf.“

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