Artikel zu: Christentum

Christentum und Islam – ein Vergleich (Teil 3)

Dies ist der dritte und abschließende Teil der Serie „Christentum und Islam – ein Vergleich“. Im Lauf dieser Reihe befassten wir uns bereits mit mehreren Themen. Sowohl das Schriftverständnis als auch das Gottesverständnis beider Religionen wurden beleuchtet und miteinander verglichen. Es wurde ersichtlich, dass einer der wichtigsten Unterschiede zwischen der christlichen Lehre und dem Islam das Verständnis über das Wesen Gottes ist. Während die Muslime an einen einzigen Gott glauben, dessen Wesen man als eine „unteilbare Einsheit“ bezeichnen kann, glauben Christen an den dreieinigen Gott. Wir sahen, dass sich diese unterschiedliche Auffassung über Gott auf alle anderen Lehrsätze sehr stark auswirkt, sowohl auf die Frage nach dem Offenbarungs- und Schriftverständnis der jeweiligen Religionen, als auch auf die Frage nach der Erlösung sowie dem Urteil darüber, wer Jesus von Nazareth ist.

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Christentum und Islam – Ein Vergleich (Teil 2)

In der letzten Ausgabe der Bekennenden Kirche begannen wir, uns aus evangelistischen und apologetischen Gründen mit dem Islam zu beschäftigen. Wir haben uns dabei von der Frage leiten lassen, warum wir als Christen den Islam ablehnen. Immerhin stellt er in der Logik vieler Muslime die konsequente Fortsetzung, Verbesserung und Vollendung des christlichen Glaubens dar.

Um diese Frage beantworten zu können, sahen wir uns die historischen Entstehungszusammenhänge von Christentum und Islam an. Wir stellten dabei fest, dass durch die Verkündigung Jesu das Christentum bereits von Anfang an eine Ausrichtung auf das Ewige und Unvergängliche aufweist. Demgegenüber war die Frühgeschichte des
Islam nicht zuletzt durch politische und persönliche Interessen Muhammads und seiner Nachfolger geprägt.

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Christentum und Islam – Ein Vergleich (Teil 1)

„Der Islam gehört zu Deutschland“, erklärte der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff vor noch nicht allzu langer Zeit. Er gab damit der Debatte einen neuen Impuls, die seit mehreren Jahrzehnten auf vielen Ebenen der Gesellschaft geführt wird. Gehört der Islam wirklich in unser Land? Joachim Gauck, Wulffs Nachfolger im Amt des Bundespräsidenten, äußerte sich zur Aussage seines Vorgängers. Gauck würde zwar die Grundaussage des Satzes annehmen, jedoch die Formulierung Wulffs scheint seiner Meinung nach nicht ganz gelungen. Er würde lieber sagen: „Die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland“1.

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Eine religionslose Zeit?

Bonhoeffers Prognose einer religionslosen Zeit und sein Vorschlag zu einer nichtreligiösen Interpretation biblischer Begriffe

1973 behauptete die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dietrich Bonhoeffer habe sich in seiner Prognose einer zukünftigen religionslosen Zeit geirrt. Tatsächlich ist Bonhoeffer (19061945) umstritten. Er war lutherischer
Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche während der Herrschaft des Nationalsozialismus und Teilnehmer am deutschen Widerstand gegen Hitler. Für eine große Zahl moderner Interpreten gilt er als Vertreter einer säkularen Theologie, die die Existenz eines persönlichen, transzendenten Gottes nicht wahrhaben will. Die Basis für diese Deutung findet man in Bonhoeffers Prognose, es stehe eine religionslose Zeit bevor. Die Menschen seien nicht mehr in der Lage, religiös zu sein. Um ihnen entgegenzukommen habe Bonhoeffer eine nichtreligiöse Interpretation biblischer Begriffe angestrebt.

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Auf dem Weg nach Golgatha: Isaak braucht nicht geopfert zu werden (1Mose 22,1–19)

Bei manchen Bibelabschnitten meint man, man kenne sie. Man hat darüber schon die eine oder die andere Predigt oder Auslegung gehört oder etwas dazu gelesen. Aber wenn man dann durch irgendeinen Anlass, zum Beispiel durch eine neue Fragestellung, angeregt wird, das vermeintlich bekannte Kapitel noch einmal zu lesen, kann es einem vorkommen, als hätte man es vorher noch nie wirklich zur Kenntnis genommen. So ungewohnt, so atemberaubend neu schlägt es ein.

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