Artikel zu: Lehre

Mann und Frau – und was die Bibel dazu sagt (Teil 1)

Einleitung: Befreiung – ein biblisches Thema

Der Apostel Johannes berichtet uns in seinem Evangelium von einem Wortwechsel zwischen Jesus und den Juden. Die Auseinandersetzung drehte sich um die Frage: Welcher Mensch kann von sich behaupten, wahrhaft frei zu sein? (Joh. 8,31-47).
Für unser Thema ist das, was der Sohn Gottes dazu lehrt, außerordentlich aufschlussreich. Aus Zeitgründen ist es nicht möglich, auf diesen Abschnitt aus dem Neuen Testament ausführlicher einzugehen. Aber ein Aspekt ist für das Thema, das hier zur Debatte steht, beachtenswert. Christus macht im Lauf der Debatte deutlich, dass die Klärung der Frage, ob du frei bist, von der Antwort abhängt, die du auf die Frage gibst: Wer ist dein Vater? Denn, so stellt der Herr klar: Keineswegs ist der frei, der tun kann, was er will, sondern frei ist derjenige, der das in seinem Leben erfüllt, wozu er von seinem Urheber, von Gott, bestimmt und geschaffen worden ist.
Im Vergleich dazu ist der Mensch, der Gott den Vater nicht als seine Autorität hat, nicht frei, sondern er ist Sklave. Er ist ein Sklave des Teufels. Indem der Herr die Beziehung zum Teufel als „Sklaverei“ bezeichnet, führt er uns vor Augen, dass die Beziehung zum Teufel in Wahrheit niemals als Vaterschaft qualifiziert werden kann. Zwar greift der Herr zunächst den Begriff des Vaters auf: „Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun.“ Aber er fügt sofort hinzu: Dieser „Vater“ ist ein „Menschenmörder“ und ein „Lügner“ (Joh. 8,44).

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Mann und Frau – und was die Bibel dazu sagt (Teil 2)

2.3. Gott schuf Mann und Frau nicht gleichartig

Die Überzeugung von der Gleichwertigkeit der Geschlechter hat sich heute weitgehend durchgesetzt. Der Grund dafür ist allerdings nicht, dass das, was das Wort Gottes darüber lehrt, anerkannt wird, sondern diese Überzeugung beruht auf einem Egalitätsdenken, wie es in den Ideen der Menschenrechte aufkam, die in der Französischen Revolution durchbrachen.
Vom Boden dieses Egalitätsdenken wird dann nämlich die Wesensverschiedenheit der Geschlechter bestritten. Dabei geht es den Genderideologen natürlich nicht um das Infragestellen der anatomischen Unterschiede von Mann und Frau. Die jeweiligen leiblich-biologischen Besonderheiten lassen sich ja nun wirklich nicht wegdiskutieren. Ihnen geht es um das Bestreiten der geistig-seelischen Differenzen zwischen den beiden Geschlechtern. Die Genderagitateure ziehen radikal in Zweifel, dass es ein erkennbares „Wesen des Mannes“ gibt und ein davon unterscheidbares „Wesen der Frau“, durch das jeweils das gesamte Leben in charakteristischer Weise bestimmt wird.

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„Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter!“

Eine biblische Provokation:

Zwischen frommem Tabugelände und gesellschaftlich anerkannter Not

Vor einiger Zeit war ich bei einem Theologen für einen fachlichen Austausch zu Besuch eingeladen. Nach einem Beschnuppern in den ersten Minuten beeilte sich mein Gesprächspartner festzustellen, dass er sich selber nicht als „Fundamentalist“ sehe. Ich fragte nach, was er unter dem Begriff verstehe. Seine Antwort: „Das kann ich dir konkret benennen. Einen (christlichen) Fundamentalisten erkennst du an seinen Standpunkten zur Entstehung der Welt, der Homosexualität und der Frauenfrage.“ In manchen frommen Kreisen erscheint es, wenn nicht „politisch inkorrekt“, so doch zumindest ein Tabu zu sein, über die Unterordnung der Frau zu sprechen.

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„…denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden“ (Lukas 11,4)

Da wir alle Sünder sind, bedeutet das auch, dass andere sich an uns versündigen. Das heißt: Wir sind potentielle Opfer für Sünder und Sünden. Wie sollen wir in Fällen reagieren, in denen sich Menschen an uns vergangen haben?

Viele, sicher auch einige unter uns, haben in ihrem Leben durch andere Menschen grausame Dinge erfahren, möglicherweise sogar durch sehr nahestehende Menschen: Lüge, Verhöhnung, Spott, Verleumdung, Vernachlässigung, Hass, Vergewaltigung, Misshandlung, Ehebruch …

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Der Weg durch die Finsternis

„Wer unter euch fürchtet den HERRN? Wer gehorcht der Stimme seines Knechtes? Wenn er im Finstern wandelt und ihm kein Licht scheint, so vertraue er auf den Namen des HERRN und halte sich an seinen Gott! Habt aber acht, ihr alle, die ihr ein Feuer anzündet und euch mit feurigen Pfeilen wappnet! Geht hin in die Flamme eures eigenen Feuers und in die feurigen Pfeile, die ihr angezündet habt! Dieses widerfährt euch von meiner Hand, dass ihr am Ort der Qual liegen müsst.“ (Jes. 50,10.11)

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Christus ist uns zur Gerechtigkeit gemacht

Die Lehre von der Zurechnung der Gerechtigkeit Christi beantwortet die Frage, auf welche Weise Gott uns annimmt, um Teilhaber seines Reiches zu sein. Sie beantwortet die Frage: Wie kann Gott gerecht sein und dennoch Sünder annehmen?

Es geht hierbei um die biblische Lehre, die besagt, dass Gott Menschen, anstatt ihnen ihre Sünde anzurechnen und sie entsprechend zu bestrafen, ihnen die Gerechtigkeit Christi anrechnet, sie also entsprechend dieser fremden Gerechtigkeit behandelt.

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Wozu Jesus Christus in die Welt kam

Predigtskizze zu 1Timotheus 1,15

1. Einleitung

In den Versen 12-17 von 1Timotheus 1 bezeugt Paulus Gottes Erbarmen mit ihm. Zu Beginn, in Vers 12, dankt er „Christus Jesus, unserem Herrn, dass er ihn treu erachtet in den Dienst eingesetzt hat“, ihn, der „zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war“ (V. 13). Das Ende dieses Abschnitts ist ein wunderbarer Lobpreis Gottes (V. 17). Mittendrin, in Vers 15, erläutert Paulus, was der Grund dafür ist, dass Jesus Christus in diese Welt gekommen ist.

Dieser Vers gliedert sich in vier zu unterscheidende, inhaltlich jedoch eng miteinander zusammenhängende Teile. Daraus ergibt sich dann wie von selbst eine Gliederung in vier Punkte.

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Die Lehre von der Allversöhnung und ihre Aufnahme im postmodernen Evangelikalismus

Laut dem amerikanischen Nachrichtenmagazin TIME zählt er gegenwärtig zu den hundert einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt. Als Pastor einer amerikanischen „Mega-Gemeinde“ spricht er Woche für Woche zu zehntausend Menschen, die sich in einem ehemaligen Einkaufszentrum in Grand Rapids, Michigan, versammeln. Nicht zuletzt dank des Internets ist er aber auch in der globalisierten evangelikalen Gemeinschaft weithin bekannt. Seine jüngste Publikation schaffte es mühelos auf die Bestsellerliste der New York Times. Dass dieses Buch bereits weniger als einen Monat nach Erscheinen des englischen Originals und pünktlich zum Auftritt des Autors beim diesjährigen Willow Creek Jugendplus-Kongress in Düsseldorf in deutscher Übersetzung vorlag und in den hiesigen (christlichen) Buchläden angeboten wird, verwundert daher kaum. Die Rede ist von Rob Bell und seinem neuen Buch: Das letzte Wort hat die Liebe. Es trägt den vielversprechenden Untertitel: Über Himmel und Hölle und das Schicksal jedes Menschen, der je gelebt hat.1

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Der Neue Bund in der Verheißung des Propheten Jeremia

Jesus Christus hat den Neuen Bund in seinem Blut aufgerichtet (Mt. 26,28; Mk. 14,24; Luk. 22,20; 1Kor. 11,25). Der Neue Bund ist in und durch Christus Wirklichkeit geworden. Der Schreiber des Hebräerbriefes bezeugt dies ausdrücklich, indem er feststellt: „Jetzt (!) aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist…“ (Hebr. 8,6, vergleiche Hebr. 10,14-18).

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Was ist Theologie?

Festvortrag zur Eröffnung des Wintersemesters 2010/2011 an der Akademie für Reformatorische Theologie

Einleitung

Was machen wir eigentlich an der Akademie für Reformatorische Theologie? Das Wort „Akademie“ zeigt an, dass sich unser Arbeiten auf wissenschaftlicher Ebene bewegt. Aber was ist mit „Theologie“ gemeint? Wir kennen die Erzeugnisse mancher Theologen an den großen Universitäten und Hochschulen, und wir haben häufig viel Grund, darüber nicht gerade froh zu sein.

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