Artikel zu: Kirchengeschichte

Dennis E. Johnson, Der Triumph des Lammes. Ein Kommentar zum Buch der Offenbarung.

Anstatt einer üblichen Rezension halten wir es als Empfehlung für sinnvoll, aus dem Vorwort von Hans-Werner Deppe zu zitieren, in dem dieser wegweisende Kommentar zum letzten Bibelbuch vorgestellt wird:

Weiterlesen

Das Ringen um die Lehre der Dreieinigkeit in der Alten Kirche (Teil 1)

Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wo doch Gott nur einer ist?“ Diese Frage stammt aus dem Heidelberger Katechismus. Was würden Sie auf die 25. Frage antworten?

Ist Ihnen beim Sprechen des Apostolischen Glaubensbekenntnis schon einmal die Frage gekommen, in welchem Verhältnis Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der Heilige Geist zueinander stehen? Wären wir überhaupt in der Lage, Rechenschaft darüber abzulegen, was wir über Gott glauben (1Pet. 3,15)?

Es kann sogar sein, dass der eine oder der andere die Frage stellt: Ist es überhaupt von Belang, die Frage nach der Dreieinigkeit richtig zu beantworten? Hat diese Thematik überhaupt etwas mit meinem Glauben oder mit meiner Lebensführung zu tun?

Weiterlesen

Eine religionslose Zeit?

Bonhoeffers Prognose einer religionslosen Zeit und sein Vorschlag zu einer nichtreligiösen Interpretation biblischer Begriffe

1973 behauptete die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dietrich Bonhoeffer habe sich in seiner Prognose einer zukünftigen religionslosen Zeit geirrt. Tatsächlich ist Bonhoeffer (19061945) umstritten. Er war lutherischer
Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche während der Herrschaft des Nationalsozialismus und Teilnehmer am deutschen Widerstand gegen Hitler. Für eine große Zahl moderner Interpreten gilt er als Vertreter einer säkularen Theologie, die die Existenz eines persönlichen, transzendenten Gottes nicht wahrhaben will. Die Basis für diese Deutung findet man in Bonhoeffers Prognose, es stehe eine religionslose Zeit bevor. Die Menschen seien nicht mehr in der Lage, religiös zu sein. Um ihnen entgegenzukommen habe Bonhoeffer eine nichtreligiöse Interpretation biblischer Begriffe angestrebt.

Weiterlesen

Philipp Melanchthon Melanchthon und Luther – Verschieden im Charakter, einig im Glauben

Eine deutsche Reformation, ein deutscher Reformator?

Schon vor 35 Jahren stellte die theologische Koryphäe Kurt Aland kritisch fest, dass, wenn heutzutage von „den Reformatoren“ gesprochen werde, selbst ein Theologe, um von der Gemeinde ganz zu schweigen, im allgemeinen nur an Luther und Calvin denke. Wird aber „vom ‚Reformator‘ geredet, so meint man damit Luther“.1 Diese Feststellung gilt immer noch. Die Bedeutung Melanchthons als Reformator ist entweder nicht bekannt oder ist – auch in Deutschland – einfach in Vergessenheit geraten. Eine derartige Bildungslücke zeugt allerdings von mangelndem Verständnis für die Geschichte der Reformation.

Weiterlesen

Philipp Melanchthon „Von Luther habe ich das Evangelium gelernt“

Ein neues Interesse an der Heiligen Schrift im Original

Im letzten Beitrag zu Melanchthon (Bekennende Kirche, Dez. 2010, Nr. 43, S. 16-18) sahen wir, dass Melanchthon als Humanist im Sinne des Humanismus des 16. Jahrhunderts zu verstehen ist. Diese geistige Bewegung beinhaltete ein neues Interesse an den ursprünglichen Quellen, auch an der Heiligen Schrift. Es war ein Interesse, das zu bahnbrechenden Erschließungen des griechischen und hebräischen Textes des Wortes Gottes führte. In dieser Hinsicht war der Humanismus für die Reformation von nicht geringer Bedeutung.

Weiterlesen

Philipp Melanchthon (1497–1560) Vom Wunderkind zum Professor in Wittenberg

Melanchthon: Der Unbekannte unter den Bekannten

Neben den vielen Ereignissen des zu Ende gehenden Jahres 2010, angefangen von der Fußball-WM bis zu den Versuchen die Weltwirtschaftskrise zu beheben, von dem Ringen um umstrittene Fragen zum Weltklima bis zu politischen Debatten über erneuerbare Energien, von Afghanistan und Haiti bis zum Gazastreifen, von der Ölpest im Golf von Mexiko bis zu den Vulkanausbrüchen in Indonesien, Island usw., ist wahrscheinlich an den meisten unbemerkt vorbeigegangen, dass das Jahr 2010 auch das Melanchthonjahr war.

Weiterlesen

Ein Mensch und Reformator – Martin Luther vor 500 Jahren

„Wir sind Bettler Das ist wahr.“

Ein echter Bauersohn

In einer sprachübergreifenden internationalen Untersuchung, die vor zehn Jahren von einem französischen Forscher durchgeführt wurde, schnitt Martin Luther als wichtigste deutsche Persönlichkeit der Geschichte ganz gut ab. Nach Leonardo da Vinci und Christoph Kolumbus nahm er in der Kategorie Mittelalter und Frühzeit den dritten Platz ein. Aber was wissen wir von diesem Sohn eines Bergmanns, der vor knapp 500 Jahren maßgeblich an der Reformation der Kirche beteiligt war und über den jährlich hunderte Studien veröffentlicht werden?

Weiterlesen

Die Reformation, die Deutschen und Johannes Calvin (Teil 6)

Martin Bucer – ein väterlicher Freund Calvins

Die deutschen Anfänge der Reformation

Dass die Wurzeln der Reformation vor allem in den deutschen Ländern liegen, ist unumstritten. Selbst wenn man unterstellt, dass Huldrych Zwingli (14841531) selbstständig, also unabhängig von Luthers Schriften, zum reformatorischen Ansatz gekommen sei, ist Luthers Einfluss in den Anfangsjahren der Reformation im oberdeutschen Raum, wie übrigens auch im niederdeutschen (niederländischen) und französischen Raum, sehr prägend. Auch für den weiteren Verlauf der Reformation gilt es als unstrittig, dass gerade die deutschen theologischen Linien sehr stark und wirkungsvoll waren.

Weiterlesen

Die Reformation, die Deutschen und Johannes Calvin (Teil 5)
Ein Franzose verteidigt die Reformation, auch die deutsche

Musste Reformation sein?

Im Jahre 1924 erschien in München ein kleines, unscheinbares Büchlein. Vielleicht wurde das Buch in den turbulenten 20er Jahren nicht sonderlich zur Kenntnis genommen; trotzdem war es durchaus bedeutender, als man vermuten könnte. Denn zusammen mit drei anderen berühmten Schriften der Reformationszeit1 enthielt diese unscheinbare Publikation2 auch die deutsche Übersetzung einer apologetischen (Verteidigungs-)Schrift, die im 16. Jahrhundert große Wellen geschlagen hatte.

Weiterlesen

Die Reformation, die Deutschen und Johannes Calvin (Teil 4)

Luther und Calvin – zwei Reformatoren, eine Reformation

Im letzten Artikel (Bekennende Kirche Nr. 38, September 2009, S. 1214) wurde auf Luthers und Calvins gemeinsame Betonung der Rechtfertigung durch den Glauben allein (sola fide) als entscheidendes „Herzstück der Religion“ hingewiesen. „… die Gerechtigkeit vor Gott, … kommt aus dem Glauben an Jesus Christus …“ Es kommt auf Gottes Gnade allein an. Was der Mensch tut, auch das Beste, auch das Hervorragendste, trägt nicht das Geringste zu seiner ewigen Seligkeit bei. Gleichwohl ist Gehorsam gegenüber Gott und seinem Wort notwendig, allerdings nicht als Leistung, um etwas zu erwerben, sondern als Dankbarkeit gegenüber Gott – für seine alles umfassende Gnade in Christus.

Weiterlesen