Joel R. Beeke und Mark Jones, Systematische Theologie der Puritaner

Die Puritaner waren brillante Denker. Wer erfahren will, wie Gottes Wort ihr Denken und Handeln geprägt hat, der schaffe sich die „Systematische Theologie der Puritaner“ an. Diese Männer haben mit Energie und Akribie die Aufgabe angepackt, das gesamte Leben unter die Herrschaft von Christus zu stellen. In über 50 Kapiteln auf 1300 Seiten wird dem Leser die Spannweite ihres Wirkens beispielhaft anhand jeweils eines Autors vor Augen geführt. Dieses Werk ist eine großartige Zusammenfassung der Puritaner. Das Buch fokussiert weniger die einzelnen Männer dieser Bewegung, als dass es den Konsens der gesamten Bewegung herausarbeitet. Es deckt die verschiedenen Themen ab, die bei den Puritanern Schwerpunkte bildeten, und umfasst damit nicht nur die Eigentliche Gotteslehre, sondern auch die Anwendung auf das Leben als Christ.

Das Anliegen: Der Ausdruck „Puritans“ ist im englischen Sprachraum zu einem Schimpfwort verkommen. Dass dies zu Unrecht geschah bzw. zahlreiche Clichés wie Prüderie, Realitätsferne, Kulturverachter, Kunstverweigerer in den Begriff eingeflossen sind, offenbart dieses Kompendium.

Aber diese Korrektur ist natürlich nicht das eigentliche Anliegen des Werkes. Vielmehr wird die detailreiche Kost der gesamten Theologie, der Lehre über Gott, ausgebreitet. Der Untertitel des englischen Originals „Doctrine for Life“ bringt es ferner auf den Punkt: Es ist Lehre für das Leben. Beides kann nicht voneinander geschieden werden.

Wie ist das Gesamtwerk aufgebaut? Das Werk folgt den großen Feldern der Systematischen Theologie. Es beginnt mit der Vorrede und der Notwendigkeit göttlicher Offenbarung; es folgt die Eigentliche Gotteslehre; die Anthropologie, die Lehre des Menschen, ist mit der Bundestheologie direkt in einen Zusammenhang gebracht; die Lehre von Gesetz und Evangelium gehört dann zur Christologie, wie auch die Drei-Ämter-Lehre; daran schließt sich die Soteriologie (Heilslehre) und die Lehre über die Kirche (Ekklesiologie) an; schließlich kommt die Lehre der letzten Dinge (Eschatologie) zur Sprache. Die letzten 10 Kapitel sind der Ethik gewidmet, beispielsweise dem gottesfürchtigen Leben in der Familie oder dem Gebet. Jedes Kapitel fußt auf dem Werk von mindestens einem Denker. Das bringt natürlich eine Fülle von Gedanken in jede Einheit hinein, lässt es aber gleichzeitig auch begrenzt bleiben. Nebenbei erhält der Leser eine thematische Einführung zu zahlreichen Personen, deren Namen bei vielen wohl längst in Vergessenheit geraten sind.

Welche Theologen haben mein besonderes Interesse geweckt? Der Theologe William Ames (1567–1633) war mir bisher unbekannt. Ich begegnete ihm im 3. Kapitel des Buches. Er gilt als einer der Wegbreiter der Bundestheologie und hat ein ausführliches Werk zur Gottesfurcht vorgelegt.

John Owen (1616–1683) hat nicht nur einen monumentalen Hebräerkommentar geschrieben, sondern auch ausführlich über die Trinität und – sehr aktuell – ein mehrbändiges Werk zur Lehre über den Heiligen Geist (Pneumatologie) verfasst. Verschiedene Bände habe ich mir zum Lesen vorgemerkt.

Wie soll ich ein solch riesiges Werk lesen? Ich kann das kapitelweise Lesen sehr empfehlen. Dies sind überschaubare Happen von einigen Dutzend Seiten. Dabei markiere ich, um Perlen hervorzuheben. Es genügt nicht, den Text ein einziges Mal durchzugehen. Einzelne Kapitel habe ich drei- bis fünfmal anhand meiner Notizen durchgenommen.

Joel R. Beeke und Mark Jones: Systematische Theologie der Puritaner. 3L Verlag 2019, ISBN 978-3-943440-88-1, Hardcover, 1300 Seiten, Preis: € 39,90.

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