Der von Anfang war wurde Fleisch

Wortverkündigung zu (1Johannes 1,1-4)

Gleich in den ersten Versen des ersten Johannesbriefes geht es um die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Es fällt auf, wie abrupt dieser Brief einsetzt. Aus den Briefen der Apostel Paulus und Petrus kennen wir es anders. Hier aber erfolgt keine Begrüßung, keine Vorstellung des Schreibers, und auch eine Anrede an die Adressaten suchen wir vergeblich. Während sich Johannes in seinem zweiten und dritten Brief persönlich vorstellt, erfolgt Derartiges hier nicht. Es muss also etwas außerordentlich Dringliches sein, das Johannes den Gemeinden mitzuteilen hat.

Angesichts des fehlenden Absenders könnte man die Frage stellen, wer den Brief denn eigentlich geschrieben hat. Aber wenn wir Stil und Wortwahl mit dem Evangelium des Johannes und den anderen Briefen des Johannes vergleichen, wird deutlich: Der Anfang dieses Briefes ist die Fortsetzung des Johannesevangeliums.

Die ersten Sätze machen auf jeden Fall klar: Hier schreibt ein Augenzeuge. Der Briefschreiber hat die Zeit Christi auf Erden miterlebt. Aus diesem Grund kann er sich in die Gruppe derjenigen einreihen, die mit dem Sohn Gottes während seines Erdenlebens Gemeinschaft hatten. Achten wir auf das mehrfache „wir„: „Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens … und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch … was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch …“ (1Joh. 1,1-3).

Es gab nicht viele, die das von sich behaupten konnten. In der Zeit seiner irdischen Wirksamkeit standen die Apostel dem Sohn Gottes am nächsten. Der Schreiber des ersten Johannesbriefes war offensichtlich einer dieser Männer.

Genau wie das Evangelium nach Johannes, so hat auch dieser Brief ein einziges Thema: Jesus Christus. Gegen Ende des von ihm verfassten Evangeliums schreibt Johannes: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen“ (Joh. 20,30.31). Genau dasselbe Anliegen hat auch dieser Brief: „Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr [auch weiterhin] an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.“ (1Joh. 5,13).

1. Die Leugner, dass Jesus der Christus ist – damals und heute

Wenn wir diesen Brief in seiner Gesamtheit durchlesen, wird uns auffallen, dass in die Gemeinden Christusleugner eingebrochen waren. Johannes geht darauf ein: „Ich habe euch nicht geschrieben, als ob ihr die Wahrheit nicht kennen würdet, sondern weil ihr sie kennt und weil keine Lüge aus der Wahrheit ist. Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet„. (1Joh. 2,21.22)

Es gab also Leute im Raum der Gemeinde, die lehnten es ab, dass Jesus der Christus ist. Dieser Angriff richtet sich gegen das Zentrum des Evangeliums. Johannes bezieht deutlich dagegen Stellung: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist nicht aus Gott. Und das ist der [Geist] des Antichristen, von dem ihr gehört habt, dass er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt.“ (1Joh. 4,1-3)

Zwei Fragen drängen sich hier auf. Erstens: Wie konnte es dazu kommen, dass die Gottessohnschaft Jesu in Frage gestellt wurde? Zweitens: Ist das Thema für uns heute aktuell?

Fragen wir zunächst: Was wurde damals an Jesus Christus genau in Frage gestellt? Es heißt: „Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, ist von Gott.
(1Joh. 4,2)

In der damals vom Hellenismus geprägten Kultur war nicht die Frage umstritten, ob Götter existieren. Was allerdings nicht in den geistigen Horizont der damaligen Zeit passte, war, dass Gott einen Leib aus Fleisch und Blut annehmen kann, dass er Mensch werden kann. Eine solche Idee war vor zweitausend Jahren bei sämtlichen nicht-christlichen Strömungen unvorstellbar.

Genau diese Ablehnung, die im damaligen Zeitgeist wurzelte, sickerte in die christlichen Gemeinden ein. Innerhalb der Gemeinde gab es Menschen, die die Überzeugung verbreiteten, dass Gott niemals eine menschliche Natur annehmen könne. Das waren die Gnostiker und namentlich die Doketisten.

Beide Gruppen knüpften an die Auffassung des griechischen Philosophen Platon an. Platon war der Ansicht, dass der Körper, also unsere leibliche Existenz, keinerlei Wert habe. Wertvoll sei allein die Seele. Tatsächlich verstand Platon den Leib als Gefängnis der Seele. Wahre Erlösung bestand für ihn darin, dass die Seele vom Körper befreit werden muss: Der Geist war wertvoll, der Körper war wertlos.

Indem derartige Auffassungen in die christlichen Gemeinden einflossen, kamen Ideen auf, nach denen es als unmöglich galt, dass Christus im Fleisch gekommen ist.

Die in den Gemeinden aufbrechende Streitfrage drehte sich im Kern also nicht um die Frage, ob Christus der Sohn Gottes war, sondern: Ist Gott wahrhaftiger Mensch geworden? Hat der Sohn Gottes die menschliche Natur angenommen? Geht das überhaupt?

Anstatt der Lehre der Augenzeugen, also der Apostel zu glauben, ließ man sich von den damaligen Geistesströmungen bestimmen.

Wie verhält es sich heute? Ist das Thema der Gottessohnschaft Jesu gegenwärtig umstritten? Die Antwort lautet unzweideutig: Ja.

Allerdings geht es in der Gegenwart nicht um die Frage, ob Jesus während seines irdischen Lebens wahrer Mensch war. Heutzutage ist das weitgehend akzeptiert. Vielfach gilt Jesus sogar als ein besonders vorbildlicher Mensch: Er habe nicht nur die Liebe gepredigt, sondern auch gelebt. Heute wird die Frage in umgekehrter Richtung gestellt: Ist Jesus von Gott gekommen? Ist er göttlicher Herkunft? Ist er wahrer Gott?

Kürzlich hatte ich ein längeres Gespräch mit einem Teamkollegen aus meinem Handballverein. Wir sprachen über den Glauben und über Jesus Christus. Mein Gesprächspartner bezweifelte ausdrücklich nicht, dass Jesus gelebt habe. Aber dass er Gott ist, dass er die zweite Person der Dreieinigkeit ist, das war für ihn unvorstellbar. Im Horizont seines Denkens gehörte eine solche Annahme in den Bereich der Mythen. Für ihn war Jesus jemand, der auf derselben Stufe wie der indische Freiheitskämpfer und Staatsmann Mahatma Gandhi stand, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts den indischen Subkontinent gewaltlos in die Unabhängigkeit von der englischen Krone geführt hatte.

Die Auffassung meines Gesprächspartners ist nach meiner Einschätzung typisch für die heute herrschenden Weltanschauungen. Heute bestehen erhebliche Zweifel daran, ob Jesus der Sohn Gottes ist, zumal ja die Existenz eines Gottes entweder kategorisch zurückgewiesen wird oder zumindest so, wie die Bibel darüber spricht, in Zweifel gezogen wird. Mit anderen Worten: Der heutige Zeitgeist hat sich gedreht. Unsere Kultur ist nicht mehr bestimmt durch die Ideen Platons, sondern durch Materialismus und Humanismus.

In den öffentlichen Schulen wird eine humanistische Weltsicht gelehrt: Gott gibt es nicht; der Mensch steht im Mittelpunkt des Universums, er ist das Maß aller Dinge. Diese Sichtweise hat auch Einzug in die christliche Welt gehalten.

Die Mehrzahl der Theologen geht an die Heilige Schrift historisch-kritisch heran. Diese Theologen versuchen, die Bibel in ein Weltbild zu pressen, das durch Darwinismus (Evolutionstheorie) und Humanismus bestimmt ist. Somit wird das Wort Gottes auch in unserer Zeit massiv in Frage gestellt.

Die Enklaven der Bibeltreuen werden kleiner. Der Zeitgeist geht mit immer neuen Angriffen auf die Glaubwürdigkeit der Bibel los und damit auch auf die Existenz Gottes und darauf, wer Jesus Christus ist.

Von daher lautet heute die Frage nicht mehr so sehr: War der von Gott gekommene Jesus Christus wahrer Mensch? Vielmehr lautet die Frage heute: Ist der, der aus Maria geboren worden ist, der menschgewordene Sohn Gottes?

2. Der, der von Anfang war

Aus dem ersten Johannesbrief bekommen wir Antworten auf beide Fragerichtungen, auf die damalige und auch auf die heutige.

Lassen Sie uns aber zunächst die Bedrohung verstehen, die damals von den Gnostikern für die glaubende Gemeinde ausging.

Der Begriff Gnostiker ist von dem griechischen Wort Gnosis abgeleitet. Das heißt: Erkenntnis. Die Gnostiker traten mit dem Anspruch auf, über besondere Erkenntnisse zu verfügen: Alles Materielle (Stoffliche) erschien ihnen als etwas Böses oder zumindest als etwas Wertloses, also auch der Körper des Menschen. Demgegenüber war der Geist etwas Gutes, zumal Gott völlig geistig, also unkörperlich ist.

Eine Verbindung zwischen Gott und dem menschlichen Körper war für sie folglich eine Verbindung von Gutem mit Bösem. Somit war es für sie ausgeschlossen, dass Gott im Fleisch gekommen ist. Also kann auch der Sohn Gottes niemals einen wirklichen Leib gehabt haben. Kurzum: Wie auch immer es sich mit Jesus Christus während seines irdischen Lebens verhielt, eines war für die Gnostiker klar: Als wahrer Gott konnte er nicht menschliches Fleisch und Blut angenommen haben.

Innerhalb des vielschichtigen Gnostizismus war für die christliche Gemeinde besonders die Auffassung des Doketismus gefährlich. Diese Lehre gründete sich ebenfalls auf der gnostischen Voraussetzung, dass es unmöglich sei, dass Gott mit einem Leib aus Fleisch und Blut etwas zu tun haben könne. Von daher vertrat der Doketismus die Auffassung, dass Jesus Christus nur scheinbar einen physischen Körper hatte. Es hatte also nur den Anschein, als wäre Christus auch wahrer Mensch.

Die Gnostiker, und speziell die Doketisten, waren davon überzeugt, dass das volle Menschsein des Sohnes Gottes, sein Im-Fleisch-Gekommensein, abzulehnen ist. Erlösung bestand für sie in der Loslösung von allem Sichtbaren, in der Verachtung des Stofflichen und im Erkennen geistiger, höherer Welten.

Diese Idee führte konsequenterweise zu einer anderen Ethik als der christlichen. Dieses spiegelte sich im Umgang mit der Leiblichkeit wider. Einerseits meinte man in diesen Kreisen, man müsse seinen „bösen“ Leib durch Askese und Geißelung im Zaum halten. Geschlechtliche Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit standen hoch im Kurs. Gleichzeitig aber vertrat man die Ansicht, wenn der Körper sowieso böse oder minderwertig sei, habe er ohnehin nichts mit Gott zu tun. Entsprechend mache es nichts aus, wenn man ein verwildertes sexuelles Leben führt.

Angesichts solcher ethischen Verirrungen schreibt Johannes: „Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt. Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer recht tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist. Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren.“ (1Joh. 3,6-9)

Johannes prangert also nicht nur eine Nachlässigkeit dieser Leute im Kampf gegen ihre eigenen Versuchungen zur Sünde an, sondern er stellt deren Moralphilosophie bloß, die das Tun der Sünde als „gut“, als „gerecht“ bewerteten.

Nicht zuletzt die Lieblosigkeit im Umgang miteinander bringt der Apostel wiederholt zur Sprache: „Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall. Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet.
(1Joh. 2,9-11)

Auch in unseren Breiten gehen Gemeinden heute nicht durch von außen kommende Verfolgungen kaputt, sondern durch persönliche Streitigkeiten. Die Arbeit für das Reich Gottes wird behindert oder gar unmöglich gemacht durch Zerwürfnisse, die wegen Lieblosigkeit, Stolz und mangelnder Versöhnungsbereitschaft nicht beendet werden.

Der Apostel Johannes sieht die Ursache einer mangelnden christlichen Ethik in der falschen Lehre, in der Vermischung griechischer Weisheit mit dem Evangelium. Diese geistige Panscherei führte zur Ablehnung, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist.

Das ist der Grund, warum Johannes gleich in der Einleitung seines Briefes klarstellt, dass der Mensch Jesus der Sohn Gottes ist: „Was von Anfang war …“ (1Joh. 1,1).

Jesus Christus existiert seit jeher. Der Sohn Gottes war vor der Erschaffung der Welt da. Er war von Ewigkeit her. Indem Johannes darauf seinen Finger legt, stellt er das Gottsein von Jesus Christus klar.

3. Der Christus, der im Fleisch gekommen ist

Unmittelbar im Anschluss daran weist Johannes auf die Fleischwerdung der zweiten Person der Dreieinigkeit hin. Dies ist von ihm stets bezeugt worden. Und nicht nur von ihm, sondern von allen seinen Mitaposteln: „Was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut haben, was unser Hände betastet haben von dem Wort des Lebens“ (1Joh. 1,1).

Indem Johannes auf diese Weise auf das Hören, Sehen, Betrachten und Betasten der Apostel hinweist, betont er, dass der Sohn Gottes die menschliche Natur wahrhaftig angenommen hat. Der Sohn Gottes konnte mit allen Sinnen wirklich wahrgenommen werden. Folglich ist die Auffassung der Gnostiker und namentlich der Doketisten kategorisch falsch. Genau das ist Inhalt gleich des ersten Satzes seines Briefes: Christi Kommen im Fleisch ist nicht eine Fiktion. Es ist kein Als-ob. Es ist keine Spinnerei oder Phantasterei.

Gleich darauf bekräftigt der Apostel diese Wahrheit, indem er sie wiederholt: „… wir haben gesehen und bezeugen, und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschienen ist“ (1Joh. 1,2).

Aus dem Folgenden geht hervor, was die Verbindung von dem fleischgewordenen Jesus Christus zum Vater praktisch für uns heißt: „damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt, und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1Joh. 1,3). Darum geht es im Evangelium: um Gemeinschaft mit Gott dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus. Bei dem Kommen Christi in diese Welt, bei seiner Fleischwerdung, geht es nicht um eine interessante, spekulative Theorie, sondern um unser Heil, um unsere Rettung. Dieses Heil finden wir allein in der Gemeinschaft mit Christus. Diese Gemeinschaft finden wir allein durch das Hören auf die Verkündigung seines Wortes. Das Mittel zur Gemeinschaft ist das Wort Gottes: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch.

Gemeinschaft mit Gott, Gemeinschaft mit Christus gibt es nicht durch irgendwelche mystischen Erkenntnisse höherer Welten oder das, was man dafür hält, sondern allein durch das Hören auf das durch die Apostel verkündete Wort Gottes. Der Sohn Gottes selbst verlieh seinen Jüngern diese Autorität: „Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.“ (Luk. 10,16)

Wir haben Christus nicht ohne das Wort der Apostel, also derjenigen, die ihn gesehen, gehört und angefasst haben. Wenn wir mit Christus und mit Gott, dem Vater Gemeinschaft haben wollen, führt an ihnen kein Weg vorbei. Darum betont Johannes: Wenn ihr den wahren Christus sucht, hört auf unsere Worte! Hört auf die Worte der Apostel! Wir hatten engen Kontakt mit Jesus Christus, als er, der Sohn Gottes, als wahrer Mensch auf dieser Erde war. Er ist gleichzeitig wahrer Gott, der uns, die Apostel bevollmächtigt hat, das Evangelium zu verkünden.

Allein durch die Verkündigung der Apostel, das heißt für uns heute: aus der Heiligen Schrift, erkennen wir die Wahrheit und den Willen Christi. Außerhalb des Wortes Gottes ist Christus nicht zu finden. Außerhalb der Bibel können wir nichts Verbindliches über ihn wissen. Nur dann, wenn wir das Wort der Apostel annehmen, empfangen wir das ewige Leben.

Lassen wir uns dagegen durch unsere Erfahrungen leiten oder durch die gerade vorherrschenden geistigen Modeströmungen, geraten wir in die Irre.

Um gerettet zu werden, benötigen wir auch keine privaten „Erleuchtungen“, keine „tieferen Erlebnisse“, keine „höheren Erkenntnisse“ oder sonstigen Träumereien. Das einzige, auf das wir uns zu gründen haben, ist der Christus, so wie er uns von den Aposteln verkündet worden ist.

Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch. Das ist das, was Johannes hier verkündet. Der Ewige, der selbst ohne Anfang und Ende ist, hat die menschliche Natur angenommen. So war Jesus Christus in dieser Welt. Er war zu sehen, zu hören und zu betasten. Einzig und allein durch diese Botschaft haben wir Gemeinschaft untereinander und mit Gott, dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus (1Joh. 1,3).

Johannes fügt hinzu: „Dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei“ (1Joh. 1,4). Dass Jesus Christus in diese Welt gekommen ist, er, der wahre Gott und der wahre Mensch, ist Grundlage und Inhalt des Evangeliums. Es ist die Botschaft unseres Heils, unseres Glücks, unserer Freude. Es ist der Kerninhalt des Christfestes.

Diese Botschaft wollen wir mit der gleichen Freude verbreiten, wie es der Apostel Johannes tat, indem er jubelnd schreibt: „Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen“ (1Joh. 4,9).

Amen.