Um Jesu willen, Amen! – Die Sünde von Nadab und Abihu

Das Thema dieser Predigt lautet: Um Jesu willen, Amen. Den meisten von uns sind diese Worte bekannt. Wir verwenden sie gelegentlich selbst am Ende unserer Gebete. Nachdem wir Gott für das Essen gedankt oder für Bewahrung in der Nacht gebetet haben, schließen wir unsere Gebete mit den Worten ab: um Jesu willen, oder: in Jesu Namen, Amen. Zugegeben: Das ist ein seltsamer Titel für eine Predigt. Ich erläutere später, warum diese Predigt so überschrieben ist.Der Wortverkündigung liegt ein Bericht aus dem dritten Buch Mose zugrunde. Wir stellen uns damit unter einen Abschnitt aus einem Buch, das wahrscheinlich die meisten von uns nicht besonders gut kennen. Aber es ist ein Buch, das den Menschen zur Zeit des Alten Testaments sehr geläufig war. Es ist eines von nur fünf Büchern Mose, und diese fünf Bücher waren die einzigen, die die Menschen für eine lange Zeit ihrer Geschichte von Gott besaßen. Das dritte Buch Mose war eines der ersten Bücher, das die Kinder im Biblischen Unterricht kennen lernten.

König David bezeugte über dieses Buch: „Wie habe ich dein Gesetz so lieb. Ich sinne darüber nach, Tag und Nacht„. (Ps. 119,97). Indem David dieses Bekenntnis ablegte, bezog er sich keineswegs nur auf die zehn Gebote. Vielmehr hatte er das ganze Gesetz Gottes vor Augen, also auch das dritte Buch Mose. Es war das Buch, das die Menschen bestimmte, wenn sie morgens aufstanden, wenn sie abends zu Bett gingen, wenn sie unterwegs waren oder wenn sie sich hinsetzten, um etwas zu essen. Die Israeliten waren mit diesem Buch vertraut, und genau das erscheint uns auf den ersten Blick recht befremdlich.

Im dritten Buch Mose lesen wir vom Priestertum, von Opfern und von der gottesdienstlichen Anbetung Gottes. Man nennt das dritte Buch Mose auch Levitikus. Der Grund dafür liegt darin, dass es viele Gebote enthält, die die Leviten betrafen, also die Gehilfen der Priester.

Im dritten Buch Mose geht es im Kern darum, wie das Volk Gottes in die Gegenwart Gottes gelangen kann. Im zweiten Buch Mose wurde den Israeliten gezeigt, wie sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurden. Dort sagte Gott: „Ich bin euer Gott, und ihr seid mein Volk.“ Ihnen wurde erläutert, wie sie die Stiftshütte bauen sollten, in der Gott anschließend mit ihnen Gemeinschaft haben konnte.

Im Anschluss daran wirft das dritte Buch Mose die Frage auf: Was für ein Recht haben sündige Menschen überhaupt, mit Gott Gemeinschaft zu haben? Denn es ist eine Tatsache, dass wir Sünder sind. Wir sind alles andere als heilig. Gott dagegen ist heilig. Wie können wir in die Gegenwart dieses heiligen Gottes gelangen? Genau über diese Frage gibt das dritte Buch Mose Antwort. Gewissermaßen nahmen die Priester das Volk an die Hand und erklärten: Kommt in die Gemeinschaft mit Gott! Lasst uns Gott begegnen und mit ihm sprechen!

Das dritte Buch Mose bezeugt die Heiligkeit Gottes. An der Kopfbedeckung der Priester war ein goldenes Schild befestigt, auf dem die Worte eingraviert waren „Heilig dem Herrn“ (2Mos. 28,36-38). Gott sagte: „Ich bin heilig und ihr sollt heilig sein.“ (3Mos. 11,44.45; 19,2; 20,7.26). Diese Formulierung greift der Schreiber des Hebräerbriefs auf, wenn er darauf hinweist: „Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen“ (Hebr. 12,14). Wenn Menschen nicht heilig sind, und das ist niemand von uns, können sie nicht den Herrn sehen. So stellt sich die Frage: Woher kommt diese Heiligkeit? Die Antwort kann nur lauten: von Gott selbst.

In uns selbst sind wir alles andere als heilig. Kein Mensch ist in sich selbst heilig. Deswegen muss Gott uns in seiner Gnade und Barmherzigkeit die Heiligung und Heiligkeit schenken. Das ist der Grund, warum diese Wortverkündigung überschrieben ist mit: Um Jesu willen, Amen! Der gelesene Abschnitt handelt von der Sünde Nadabs und Abihus. Aber die Hauptaussage hat sehr viel zu tun mit diesem einen Satz, der am Ende vieler unserer Gebete steht.

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